Schadhafte Gasleitung in Windischeschenbach: Polizei lässt 15 Häuser evakuieren
Akute Explosionsgefahr

Wegen Explosionsgefahr ließ die Polizei am Donnerstagabend das gesamte Viertel im Bereich Neustädter Straße/Angerpointstraße total abriegeln. Bilder: ab (2)
Lokales
Windischeschenbach
10.08.2012
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Für Kreisbrandrat Richard Meier grenzt es an ein Wunder, dass nichts passiert ist. Nach einem Leck in der unterirdischen Gasleitung herrschte am Donnerstagabend in der Neustädter Straße in Windischeschenbach höchste Explosionsgefahr. Die Polizei ließ das ganze Viertel total abriegeln und die Häuser räumen.

Am frühen Abend schlug ein Anwohner bei der Eon Alarm. Er klagte, es rieche nach Gas. Der Stromverbraucher schickte sofort seine Experten in die Neustädter Straße. Und tatsächlich: An der Ecke Neustädter Straße 61/Angerpointstraße, in unmittelbarer Nähe der Tankstelle Menner, maßen sie eine extrem hohe Gaskonzentration. Diese bestätigten auch die Messgeräte der Windischeschenbacher Feuerwehr.

Auf Feldbetten geschlafen

Daraufhin ordnete die Polizei gegen 18.15 Uhr an, das gesamte Areal weiträumig zu sperren und 15 Häuser zu evakuieren. 40 Personen wurden vorsorglich in die nahe gelegene Mehrzweckhalle gebracht, wo sie das BRK mit Hamburgern, Wurstsemmeln und Getränken versorgte. Helfer bauten Feldbetten auf. Nur zwei bettlägerige Personen durften in ihren Wohnungen bleiben. Inzwischen war es den Fachkräften gelungen, das Leck in der Gasleitung zu ermitteln. Es befand sich fast gegenüber der Tankstelle Menner, der sofort die Stromleitung gekappt wurde. Es wurde vermutet, dass ein T-Stück, in dem drei Leitungen zusammengehen, defekt war. Anlieger berichteten, dass es schon zwei Tage nach Gas gerochen hatte. Die Feuerwehr Windischeschenbach, die mit 30 Mann im Einsatz war und von ihren Kollegen aus Neuhaus unterstützt wurde, nahm sich die Kanalleitungen vor. Mit Hilfe von Be- und Entlüftungsgeräten beseitigten sie die sehr hohe Gaskonzentration.
"Wir haben alles im Griff", gab Bürgermeister Andreas Meier, der als Feuerwehrmann selbst mit im Einsatz war, kurz nach 22 Uhr Entwarnung. Und auch das Polizeipräsidium Oberpfalz in Regensburg bestätigte um 22.10 Uhr: "Es besteht derzeit keine Explosionsgefahr." Die Absperrungen würden jedoch vorsorglich aufrechterhalten.

Ganze Nacht repariert

Zu diesem Zeitpunkt waren die Arbeiter der Fränkischen Baugesellschaft schon dabei, den Asphalt aufzuschneiden und mit der Reparatur der Gasleitung zu beginnen. Die Arbeiten dauerten die ganze Nacht.

Das Rote Kreuz war mit 50 Leuten im Einsatz, darunter die Schnell-Einsatz-Gruppe (SEG) aus Neustadt und die Mobile Unfallnachsorge (MUN) aus Windischeschenbach. Auch der Leiter der Polizeiinspektion Neustadt, Erster Hauptkommissar Werner Hanauer, war vor Ort.
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