Sonne, Sturm und viele Gäste

"Ein Wetter wie an meiner Primiz", kommentierte Pfarrer Hubert Bartel die plötzlichen Sturmböen, die Blätter durch den Pfarrgarten wirbelten und die Pavillions ordentlich zum Wackeln brachten. Bild: wrt
Lokales
Windischeschenbach
21.07.2015
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Das Pfarrfest ist immer etwas Besonderes. Diesmal gab es aber doppelten Grund zum Feiern: das 25-jährige Priesterjubiläum von Stadtpfarrer Hubert Bartel und den 50. Geburtstag des Geistlichen, wozu er auch Verwandte, Bekannte und Wegbegleiter aus früheren Jahren eingeladen hatte.

Die Sonnen strahlten bei blauem Himmel, als Pfarrer Bartel die Gläubigen zum Gottesdienst im Freien begrüßte. Der Jubilar zelebrierte den Gottesdienst zusammen mit den Ruhestandsgeistlichen Franz Reich und Josef Grillmeier, seinem Vorgänger in der Pfarreiengemeinschaft Pfarrer Markus Schmid, Direktor Manfred Strigl von Johannisthal und Pfarrer Georg Hartl aus Waidhaus, ehemaliger Teublitzer Heimatpfarrer von Bartel.

Höhen und Tiefen

In der Predigt blickte der Jubilar auf seine Priesterweihe zurück und zitierte seinen Primizspruch "Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein (Gen.12,2)". In dieser Zeit habe er Höhen und Tiefen erlebt und auch Vieles lernen müssen, wie zum Beispiel Gelassenheit beim Umgang mit Klatsch und Gerede. Bewusst wurde ihm, dass man Priester immer und überall sei. Man stehe unter Beobachtung, werde geehrt und mit Erwartungen konfrontiert. Damit müsse man lernen umzugehen. "Ein Pfarrer ist kein Übermensch, der alles richtig macht", erklärte er. Oft entstünden Spannungsfelder, was er anhand eines Dreiecks mit den Eckpunkten "Priester, Nächster, Gott" zu erklären versuchte. Glauben müsse man sich erkämpfen und dieser müsse wandlungsfähig sein, führte er aus. Das sei für einen Pfarrer nicht anders als für andere Gläubige. Glaube sei ein anstrengender Weg, der aber Freude macht und erfüllt.

In Bezug auf die Mitmenschen stehe man zwischen vielen Erwartungen und könne es nie allen recht machen. Auf die oft gestellte Frage, warum er Priester geworden sei, könne er nur die Berufung anführen. Diese sei eine sehr persönliche Sache, die jeder auf andere Weise erlebe, und die nicht selten auch anderen Lebensplänen entgegenstehe.

Weg des Glaubens

Rückblickend auf 25 Jahre Wirken als Priester meinte er, es gab Tränen der Trauer und des Schmerzes und Tränen der Freude und der Dankbarkeit. Er wünschte sich gemäß dem Jahresmotto der Pfarreien, auch weiterhin "miteinander auf dem Weg des Glaubens" unterwegs zu sei. Das in der Predigt erwähnte "auf und ab" im Leben, wurde dramaturgisch perfekt während des Gottesdienstes bei der Wetterlage umgesetzt: Bei den Fürbitten begannen die ersten Blätter zu wirbeln. Für wenige Minuten bestimmten Sturm und Regen das Bild.

Während die Gläubigen sich einstimmig entschieden, zu bleiben und den Gottesdienst im Pfarrgarten weiter zu feiern, herrschte an den Pavillons der Essensausgabe kurzzeitig Hektik und etliche Helfer mussten die Zeltstangen festhalten. "Ein Wetter wie an meiner Primiz", kommentierte Pfarrer Bartel.
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