Sozial und politisch

Der langjährige KAB-Vorsitzende von Flossenbürg, Franz Völkl (Siebter von links), bekam für seine treuen Dienste und sein enormes Engagement die "Rote Ehrennadel". Festrednerin bei der Herbsttagung war Landtagsabgeordnete Annette Karl (Vierte von links). Bild: ab
Lokales
Windischeschenbach
02.10.2014
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Ein festlicher Gottesdienst in St. Emmeram bildete den Auftakt für die Herbsttagung des KAB-Kreisverbands. 20 Ministranten und 11 Banner begleiteten Pfarrer Franz Reich und Diakon Theo Margeth zur Feier der Eucharistie. Chordirektor Helmut Wolf spielte die Orgel.

Im "Schwanensaal" begrüßte KAB- Kreisvorsitzender Georg Schreglmann nicht nur die einzelnen Ortsverbände, sondern auch zahlreiche Gäste aus Kirche und Politik, aus der Diözesan- und Kreisverbandsleitung, aus Vereinen und Organisationen. Dank sagte der Redner der örtlichen KAB für die ausgezeichnete Vorbereitung der Veranstaltung.

Eine besondere Auszeichnung wurde bei der Herbsttagung dem langjährigen KAB-Vorsitzenden von Flossenbürg, Franz Völkl, zuteil. Im Auftrag der Diözesanleitung wurde ihm die "Rote Ehrennadel" verliehen. In seiner Laudatio betonte der Kreisvorsitzende: "Der Ortsverband Flossenbürg trägt die Handschrift des Geehrten. Mit Mut, Ausdauer und unermüdlichem Einsatz kümmert er sich um die Belange der Mitglieder." Für Völkl sei der Mensch Mittelpunkt, er habe das Ansehen der KAB in der Öffentlichkeit vermehrt. Für seinen Einsatz aus christlicher Verantwortung heraus und im Dienste der Menschen werde Völkl diese hohe Auszeichnung verliehen. Geehrt wurden des Weiteren auch Edeltraud Solfrank, Petra Dütsch, Gertrud Ubl und Kunigunde Bär.

Festrednerin der Herbsttagung war MdL Annette Karl, die das Thema "Glaube und politisches Engagement sind kein Widerspruch, sondern Verpflichtung" beleuchtete, wobei vor allem die Trennung von Kirche und Staat, insbesondere im Bereich Bildungswesen, angesprochen wurde. Innerhalb der Sozialdemokratie galt Religion als Privatsache. andererseits gab es in der Partei auch Anhänger aller religiösen Bekenntnisse. Papst Leo XIII. verurteilte 1891 den Sozialismus, bezeichnete aber soziales Engagement als Aufgabe der Kirche.

Gerechtigkeit für alle

Wie die Parlamentarierin betonte, entstand die katholische Soziallehre im Zuge der Industrialisierung und der damit verbundenen "Sozialen Frage". Als Lösung wurden Grundwerte wie Freiheit, Gerechtigkeit, Solidarität und Gemeinwohl angesehen. Gerechter Lohn, menschenwürdige Arbeitsbedingungen, die gerechte Verteilung von Einkommen und Vermögen und soziale Partnerschaft sind Gegenstücke zum Klassendenken. Erst nach 1945 wurden die Fronten auf religiöser Ebene langsam abgebaut, da Christen und Sozialdemokraten gleichermaßen verfolgt wurden und im gleichen Boot saßen. 1947 plädierte Herbert Wehner für einen Neuanfang zwischen Sozialdemokratie und Kirchen.

1948 wurde erklärt, dass die Freiheit der Ausübung der Religion gesichert werden soll. Erst 1994 bis 1997 ergab sich zwischen Sozialdemokraten und Kirchen ein intensiver Dialog bei der Vorbereitung der Veranstaltung "Gemeinsame Worte der Kirchen zur wirtschaftlichen und sozialen Lage in Deutschland".
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