Specht der Übeltäter

Ein Buntspecht auf der Suche nach Nahrung ist in der Lage, einen Baum zu entrinden. Bild: Archiv
Lokales
Windischeschenbach
05.02.2015
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Wer ist schuld? Der Waschbär, eine Krankheit oder der Specht? Das Rätsel um den entrindeten Baum bei Naabdemenreuth (wir berichteten) scheint gelöst.

Austragslandwirt und Jäger Willi Bauernfeind aus Naabdemenreuth war ratlos. In der vergangenen Woche hatte er sich an die Öffentlichkeit gewandt, um möglicherweise mehr Informationen über eine entrindete Weide zu bekommen, die an der Fichtelnaab steht. Er konnte sich nicht erklären, warum der Baum nicht unten am Stamm, sondern im oberen Bereich abgenagt war. Ein Biber könne es somit nicht gewesen. "So etwas habe ich noch nie gesehen", wunderte er sich. "Und ich bin viel in der Natur."

Um mit anderen Naturkundigen zu fachsimpeln, bat er unsere Zeitung, ein Bild des Baumes und seine Telefonnummer zu veröffentlichen. Bauernfeind hat nach dem Artikel tatsächlich ein paar Anrufe bekommen. Ein Mann aus Kohlberg habe behauptet, dies sein das Werk eines Waschbärs. Aus Erbendorf stammte der Tipp, es könne sich um eine Krankheit handeln. Ein anderer Anrufer sieht den Specht als Übeltäter.

Dieser Meinung schließt sich Andreas Hermer vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Außenstelle Pressath, an. Nachdem er sich ein Foto des Baumes genauer angesehen hat, vermutet er, dass ein Specht die Rinde abgenagt hat. "Nicht über Nacht, aber in ein paar Tagen dürfte dies schon möglich sein", sagte der Förster.

Es deute alles darauf hin, dass der Teil der Weide, dem die Rinde fehlt, schon abgestorben ist. In dem trockenen Holz würden sich im Winter Larven und Käfer einnisten, die wiederum dem Specht als Futter dienen. Ein Schwarzspecht (die größte Spechtart), ein Buntspecht oder auch der Grün- oder Grauspecht könnte es gewesen sein.

Falls die entrindeten Äste aber noch saftig seien, wisse er auch keine Lösung. Eines kann er aber ausschließen: "Ein Waschbär war es nicht, der frisst lieber etwas Frisches."
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