Sprachlich-artistische Wortklaubereien

Mit "Tusch eineinhalbmal" hat Norbert Neugirg sein 4. Buch vorgelegt, das erneut im Buch- und Kunstverlag Oberpfalz erschienen ist. Bilder: Stiegler
Lokales
Windischeschenbach
28.11.2015
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Die "Altneihauser Feierwehrkapell"n" unterstützte ihren Kommandanten bei der Buchvorstellung im "Schafferhof" mit ganzen Kräften.

Der Kommandant der besonderen Art schlägt wieder zu: Norbert Neugirg hat mittlerweile sein 4. Buch geschrieben. Am Donnerstagabend stellt er es im "Schafferhof" vor - und die Zuhörer erfahren das Geheimnis, was es mit dem legendären "Tusch eineinhalbmal" auf sich hat ...

Es ist ein Heimspiel für Neugirg: Nirgendwo anders wäre es passender, das Buch zu präsentieren als in der Heimat Windischeschenbach - und dort im "Schafferhof". Den Buchtitel "Tusch eineinhalbmal" hat sich nicht Neugirg selbst ausgesucht, sondern Wolfgang Benkhardt, Verlagsleiter vom Buch- und Kunstverlag Oberpfalz, in dem das Werk erschienen ist. "Man liest, wie alles hat begonnen/wie er zu seinem Blech gekommen/und wie ihm dieser schräge Haufen/eines Tages zugelaufen/Das Buch ist prall gefüllt mit feinen/Texten, sie sich meisten reimen", schickt Benkhardt der Lesung Neugirgs voraus. Geschäftsführende Verlegerin Viola Vogelsang-Reichl charakterisiert Neugirg als "Exportschlager", der die nördliche Oberpfalz in München und in Franken bekannt gemacht hat. Illustriert ist das Buch mit Zeichnungen von Norma Susanne Desing aus Regensburg sowie Fotografien.

Zur Buchvorstellung dabei hat Neugirg natürlich seine "Altneihauser Feierwehrkapell'n": Denn auch um diese bunte musikalische Truppe geht es in dem Buch. Auf 176 Seiten gibt der Kommandant viele bislang unter Verschluss gehaltene Verserln und Gedichte preis, die er bei diversen Festivitäten und Tagungen den Ehrengästen, Jubilaren, Politikern, Versammlungsteilnehmern und Hochzeitspaaren "vor den Latz geknallt" hat. Er erzählt aber auch, wie es zur Gründung der Feierwehrkapell'n kommt, von seinen eigenen musikalischen Anfängen und wie er schließlich sein Reim-Talent entdeckt hat.

"Dorf-Blasmusik-Schüler"

Amüsant gestaltet sich die Erinnerung Neugirgs an seine Zeit als "Dorf-Blasmusik-Schüler" mit der Trompete - besonders eine Probe mit dem Kapellmeister nach dessen mehrwöchiger Kur ist ihm in Erinnerung geblieben: Musikalisch läuft es nicht sonderlich gut und der Chef muss sein furioses Dirigat anwenden, allerdings mit der Folge, dass die - der Kur sei Dank - zu weit gewordene Hose rutscht und erst auf Kniehöhe aufgefangen werden kann. "Spätestens jetzt fiel unser sowieso schon baufälliges Konzertstück in sich zusammen und ging in die Hose", beschreibt Neugirg gewohnt sprachlich-artistisch die Situation.

Auch über die Geburtsstunde des "Kommandanten" gibt Neugirg Auskunft: Es ist Faschingssamstag 1985, als man zu fünft den Ball des DJK-Sportvereins überfällt. Zuvor wird die Verkleidung organisiert, darunter alte Uniformteile, Lederhelme und dergleichen. "Trotz der Hitze des Ballsaals legten wir aus Vorsicht nichts ab. Eventuell auftretender eigener Schweißgeruch stand nicht zu befürchten, da er von älteren Gerüchen unserer Jacken gehörig überlagert wurde", berichtet Neugirg, der mit Ruß von entflammten Flaschenkorken im Gesicht, mit Zahnlack, Rundbrille und eben zerlumpter Feuerwehrmontur sich an diesem Abend in Szene setzt.

"Wildgewordener Schaum"

Nachhaltig in Erinnerung ist Neugirg der Auftritt der Altneihauser beim Bayerischen Apothekertag 2001 in Weiden. Mit viel Wortwitz erzählt er von dieser "Biertragödie in der Oberpfalz" und dem Versuch, ein Fass gewerblich gebrautes Brauerei-Bier als Zoigl zu verzapfen - was in einer Katastrophe endet. "Wildgewordener Schaum quoll spritzend heraus und nahm mir die Sicht. Das speiende Fass rutschte nach hinten, weil ich weiterhin, wenn auch orientierungslos, zuschlug" - in diesem Stil erstreckt sich das einschneidende Erlebnis über mehrere Seiten. Für Gourmets gänzlich ungeeignet gestaltet sich die Episode, wie das Schwein aufs Kraut kommt ("Wenn man sich zur Wildsaujagd/mit Sauerkraut im Magen wagt/muss im Wald mit Darmbeschwerden/und Drang zum Stuhl gerechnet werden").

Und dann ist da natürlich noch der "Tusch eineinhalbmal", der ein "Markenzeichen" der Feierwehrkapell'n ist, seine Entstehung allerdings dem Zufall und Missverständnissen beim "Tusch dreimal" verdankt: So ist darauf eine Hommage an den "Schalk des Nackens" geworden - und darüber hinaus der Titel für ein weiteres lesenswertes Buch aus der Feder Neugirgs.

Buchtipp

In der Livesendung "Fastnacht in Franken" hat die Altneihauser Feierwehrkapell'n alljährlich Gelegenheit, ihre charmante Unverschämtheit unter Beweis zu stellen. Norbert Neugirg gibt den griesgrämigen Kommandanten, seine Musiker spielen die in seine Kapelle strafversetzte Feuerwehrmannschaft. Wie absurd sein abenteuerlicher Haufen zustande kam und welche Stilblüten seine jahrelange Texterei gezeitigt haben, schildert Norbert Neugirg in seinem vierten Buch.

Der neue Band von Norbert Neugirg "Tusch eineinhalbmal" (176 Seiten mit Fotos und Illustrationen, 16,95 Euro, ISBN 978-3-95587-030-0) ist ab sofort in unseren Geschäftsstellen, im Buchhandel oder über den Buch- und Kunstverlag Oberpfalz erhältlich.

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Weitere Informationen im Internet:
http://www.buch-und-kunstverlag.de
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