Stadt investiert in Qualität

Von wegen Wodka: Christine Wolf (rechts) verteilte am Donnerstag im Wasserwerk Lenkermühle keinen Schnaps, sondern Wasser aus den Windischeschenbacher Tiefbrunnen. Bürgermeister Karlheinz Budnik (vorne, Mitte) stieß zusammen mit Manuel Zwick, Landrat Andreas Meier, Pfarrer Hubert Bartel, Bernhard Eigner und weiteren Ehrengäste auf die gelungene Sanierung der Wasserversorgungsanlage an. Bild: mic
Lokales
Windischeschenbach
25.07.2015
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"Da ist sicher Wodka drin", witzelten die Ehrengäste. Zugegeben, die schlanken Gefäße hatten durchaus Ähnlichkeit mit Schnapsgläsern. Bürgermeister Karlheinz Budnik wies jedoch jeden Vergleich mit Alkohol zurück: "Das ist reinstes Windischeschenbacher Wasser", bekräftigte er.

Zusammen mit Landrat Andreas Meier, Diplom-Ingenieur Manuel Zwick, Pfarrer Hubert Bartel, Wasserwart Karl Stangl, den Vertretern der Baufirmen und des Stadtrats stieß er am Donnerstag im Wasserwerk Lenkermühle auf die gelungene Sanierung der Wasserversorgungsanlage an. "Für uns ist es eine Selbstverständlichkeit, den Hahn aufzudrehen und Trinkwasser in sehr guter Qualität zur Verfügung zu haben", sagte er. Doch damit dies so bleibt, müsse immer wieder investiert werden.

Der Rathauschef erinnerte an die Zeit, als sich der Stadtrat Gedanken machte, ob es sich lohnt, die eigene Wasserversorgung weiter zu betreiben oder ob künftig das gesamte Stadtgebiet von der Steinwaldgruppe versorgt werden soll. Eine Studie des Ingenieurbüros Zwick half den Stadtvätern auch in wirtschaftlicher Hinsicht bei dieser Entscheidung.

"Nun sind wir froh, uns für die zweigleisige Variante entschieden zu haben", sagte Budnik. 40 Prozent des gesamten Wasserbedarfs kommen nun aus den eigenen Tiefbrunnen, die restlichen 60 Prozent werden von der Steinwaldgruppe zugekauft.

Landrat Andreas Meier betonte, wie wichtig es sei, dass die Versorgung mit Trinkwasser in kommunaler Hand bleibe. Damals sei die richtige Entscheidung getroffen worden, die eigene Versorgung nicht aufzugeben. "Eine Kommune beliefert die Bürger kostendeckend, ein Großkonzert möchte Gewinn machen", gab er zu bedenken.

Richtig entschieden

"Es gibt keine Alternative zu vernünftigem Trinkwasser", sagte Baurat Manfred Meier vom Wasserwirtschaftsamt Weiden. Vor allem im südlichen Europa könne man das Wasser aus der Leitung nicht trinken. "Dort können Sie sich eine Sechs-Liter-Packung für 1,50 Euro kaufen. Bei uns bekommen Sie für dieses Geld 1000 Liter Trinkwasser." Auch er betonte, dass eine Privatisierung kein bürgerfreundlicher Weg sei.

Als Manuel Zwick vom gleichnamigen Ingenieurbüro zusammen mit dem Planer und Bauleiter Bernhard Kaltenecker an Bürgermeister Budnik den symbolischen Schüssel überreichte, lief so manchem das Wasser im Munde zusammen, denn der Schüssel war aus Brezenteig gebacken. "Passend zum Zoigl", schmunzelte Zwick. Er dankte dem Wasserwart Karl Stangl sowie allen beteiligten Firmen.

Wasser ein Geschenk

Pfarrer Bartel hatte keinen Weihwasserpinsel mitgebracht, sondern verspritzte frisch abgefülltes Wasser nach dem Segensgebet aus einem Reagenzglas. Er erinnerte an die Bibelstelle, in der Mose mit seinem Stab einen Felsen berührt, aus dem dann Wasser sprudelt. "So einfach wie bei Mose funktioniert das bei uns nicht", sagte der Geistliche. "Das Wasser, das bei uns aus der Leitung fließt, ist ein großes Geschenk."
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