Steinreiche Aussteller

Wenn die Musik von Mozart Ungeborene musikalisch macht, dann könnten diese Zwerge, die sich geduldig von Mama und Papa durch die Ausstellung tragen ließen, mal Mineraliensammler und Steinkundige werden. Kinder und Erwachsene waren von den Funden fasziniert. Bild: wrt
Lokales
Windischeschenbach
04.03.2015
1
0

Auf Gewinn waren die Aussteller sicher nicht aus. Im Gegenteil. Fast hatte man den Eindruck, dass sie sich manchmal eher schweren Herzens von einem Exponat trennen.

Bei der Mineralien- und Fossilienbörse im Geo-Zentrum an der KTB zeigten 35 Aussteller aus Nordostbayern ihre Funde und informierten die Besucher über Besonderheiten, Fundstellen und Eigenschaften ihrer Kostbarkeiten.

Teils sind sie seit Kindesbeinen an von Steinen fasziniert oder kamen - wie Richard Bauer aus Neukirchen - erst später durch Freunde zum Hobby. Auf Feldern und in Steinbrüchen ist er mit Schaufel und Pickel unterwegs, wobei er oft nur schmutzig und ohne Beute nach Hause kommt. Bankkaufmann Andreas Pötz aus Willmering am Tisch daneben frönt der Leidenschaft bereits seit 43 Jahren. Durch den Beruf des Großvaters, der als Steinhauer gearbeitet hatte, kam er schon früh mit der Materie in Verbindung. Sein Suchgebiet liegt in heimische Gefilde, zwischen Passau und Hof.

Papa-Tochter-Aktion

Walter Schwarzmeier aus Friedenfels sucht seit 30 Jahren Steine. Damals habe seine kleine Tochter Interesse an Glitzersteinen gezeigt. Was als Papa-Tochter-Aktion begann und gleich durch einen Fund gekrönt war, ließ ihn seither nicht mehr los. Wie viele andere Sammler ist er Autodidakt und eignete sich im Laufe der Jahre umfangreiches Wissen an. Auch er sucht vorzugsweise in der näheren Umgebung und hat im Gebiet Oberbaumühle schon etliche Funde gemacht. Dieter Freitag sitzt hinter einem Stand mit Fossilien. Der 86-Jährige, der den Beweis dafür liefert, dass der Umgang mit alter Materie durchaus jung halten kann, ist seit 55 Jahren auf der Suche nach Versteinerungen.

Auf einem Spaziergang habe seine Tochter einen Ammoniten gefunden und damit sein Interesse für dieses Fachgebiet geweckt. Er habe sich sein Wissen angelesen und zwei seltene Unikate gefunden, die ein Fach-Paläonthologe begutachtet habe. Im Urzustand sei der Fund oft so unscheinbar, so dass ein Laie nichts Besonderes darin erkennen könne. In geduldiger Kleinarbeit werde die Versteinerung dann präpariert. Günter Baumgartner sitzt neben seiner Flußspat-Sammlung. Altersbedingt ist er zwar nicht mehr regelmäßig auf der Suche, erfreut sich aber an seinen Exponaten, für die zu Hause sogar ein Teil der Wohnung reserviert ist.

Rolf Wagner aus Ebermannsdorf hat seine blau und grün funkelnden Steine von seinen Reisen mitgebracht. Er war in Südamerika und 36 Mal in Griechenland, seit er 1973 von der Sammler-Leidenschaft befallen wurde. Beeindruckend zeigen einige Ausstellungs-Kästen auch, wie aus eher unscheinbaren Mineralien wie Cordierit nach dem Schleifen funkelnde Schmucksteine werden. Zirkone könne man in Sachsen aus einem Bach waschen und Gold sei in Oberpfälzer und Tschechischen Bachläufen gut zu finden. Reich könne man damit aber nicht werden, da es sich nur um kleinste Partikel handelt, erfahren die etwa 600 Besucher, davon viele Kinder.

Kinder fasziniert

Etliche Sammler sind auf einheimische Mineralien spezialisiert, oft fallen die Namen Johanneszeche, Wölsendorf oder auch Oberbaumühle. Es waren aber auch Funde aus Marokko oder Indien zu sehen. "Wir sind sehr zufrieden", resümierte Geograph Martin Füßl, Leiter des Vereins Freunde der Mineralogie und Geologie, Bezirksgruppe Weiden, die Mineralien- und Fossilienbörse. Vor allem viele Buben und Mädchen aller Altersstufen bewunderten die geheimnisvollen Steine und Fossilien und trugen - nach erfolgreichen Verhandlungen mit den Eltern - den einen oder anderen Schatz nach Hause.
Weitere Beiträge zu den Themen: März 2015 (9461)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.