Sylvester im August

Pater Panipitchai Sylvester hatte im August als Urlaubsvertreter die Schlüssel zur Türe des Pfarrhauses. Bild: wrt
Lokales
Windischeschenbach
04.09.2015
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Im August übernahm ein indischer Geistlicher die Urlaubsvertretung. Die Gemeinde hat ihn freundlich aufgenommen. Und auch gleich seinen Namen eingedeutscht. Pater Sylvester sagt sich bedeutend leichter für Oberpfälzer Zungen als Pater Panipitchai.

Die Pfarreiengemeinschaft St. Emmeram Windischeschenbach und Heilig Geist Neuhaus hat schon länger eine Verbindung zu Indien. Sie unterstützt eine indische Patenfamilie, die einige Gemeindemitglieder in den vergangenen Jahren schon auf dem Subkontinent besucht hatten.

Dieses Jahr übernahm im Sommermonat Panipitchai Sylvester für Pfarrer Bartel die Betreuung der Gläubigen. Diese tauften ihn auch gleich kurzerhand zu Pater Sylvester um. Der Nachname des Pfarrers kam da gerade recht, heißt er doch fast wie der letzte Tag des Jahres und ist deshalb leicht auszusprechen. Der 45-Jährige kommt aus Südindien aus dem Bundesstaat Tamil Nadu, erstammt aus einer Fischerfamilie und wuchs mit zwei Schwestern und zwei Brüdern auf, die ebenfalls Fischer sind. Bei der Tsunami-Katastrophe hat er etliche Verwandte und Bekannte verloren.

Pater Sylvester trat 1987 in den Orden der Missionare von den Heiligen Herzen Jesu und Mariä ein und wurde 1999 in Indien zum Priester geweiht. Er wirkte als Rektor an einem indischen Priesterseminar und lehrte neun Jahre lang Philosophie. 2009 ging er nach Rom, studierte an der Päpstliche Universität Gregoriana und promovierte als Doktor der Philosophie. Während dieser Zeit hat der Geistliche immer wieder Urlaubsvertretungen in der Diözese Regensburg übernommen. Dort und während eines 40-tägigen Intensiv-Sprachkurses in Bonn lernte er Deutsch. Wie es in der Zukunft für ihn weitergeht - das wird er auf sich zukommen lassen. Nach seinem Weggang aus der Oberpfalz übernimmt er erst einmal eine Stelle als Pfarrvikar im Dekanat Eggenfelden. Der Einsatz als Urlaubsvertretung habe ihm bei der Vorbereitung auf seine neue Aufgabe geholfen.

Erstes Kind getauft

Eine große Hilfe sei ihm Gemeindereferent Helmut Nürnberger gewesen, der ihm mit Rat und Tat zur Seite stand. Pater Sylvester hatte in seiner Tätigkeit in der Gemeinde auch das erste Mal in Deutschland einem Kind das Sakrament der Taufe gespendet. Was offensichtlich für den Priester aufregender war als für den Täufling, der zu seiner Erleichterung bei der Zeremonie ganz gelassen und ruhig blieb.

Auch wenn manche heimische Speisen ungewohnt für ihn sind, hat ihm bisher alles geschmeckt. Oft kocht er selbst, dann natürlich indisch wie Reis, Hähnchen, und - als Sohn einer Fischerfamilie - Meeresfisch. Bekannte aus seinen früheren Vertretungs-Stellen kamen aus Leiblfing zu Besuch. Am 31. August verließ Pater Sylvester die Oberpfalz auf nach Niederbayern zu neuen Herausforderungen.
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