"Treibhauz" heizt ordentlich ein

Lokales
Windischeschenbach
14.09.2015
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Stimmungsmusik, Tracht und gutes Essen gehört für viele zu einer echten Kirchweih. Das alles bekamen die Besucher beim "Kirwatanz" beim "Schwaner", dem Gasthof "Zum weißen Schwan".

Ein alter Spruch besagt: "Am Sonntag ist Kirwa, des woiß i g'wiss, da frag ich an Papa wo's Geldbeuterl is." Während Jungen sich auf den Marktständen Munition für ihre Spielzeugpistolen kauften, wünschten sich die Mädchen kleine Besen oder Kochtöpfe, um der Mutter im Haushalt helfen zu können - wie es damals eben war. Zur Kirchweih bekamen die Kinder früher 25 Pfennig, die man für Schiffschaukel, Lose und ein Eis ausgeben durfte, erzählen die älteren Windischeschenbacher. Nach und nach wurde der Geldbetrag den Preisen angepasst, später gab bis zu 5 D-Mark.

Kirwageld von der Oma

Den Brauch den Kirwagelds gibt es teilweise heute noch - jedoch ohne Munition und Beserln: "Ich habe ein paar Euros zugesteckt bekommen, als Kirwageld von der Oma.", berichtet ein Jugendlicher. "Dafür springen ein paar Getränke heute Abend heraus." Die ältere Generation wird sich erinnern: Ganz früher gab es eine Art Rummelplatz auf dem Anger mit Schiffschaukel und so weiter. Später standen Losstand, Boxauto und Schiffschaukel auf dem Schützenhausplatz. Für Nachbarn gab es oft eine Handvoll Fahrchips gratis.

Den Kirwatanz auf der "Schwaner" gibt es dagegen schon lange und immer noch. Am Samstag trafen sich im Gasthaus jung und alt, um die Windischeschenbacher Kirchweih zu feiern. Die Band "Treibhauz" mit Chef Armin Karwath heizte dem Publikum im Saal ordentlich ein. Anfangs waren es nur Frauen, die beim Lied "Weilst a Herz hast wie a Bergwerk" die Tanzfläche stürmten. Später, als Klassiker der Spider Murphy Gang gespielt wurden, trauten sich auch ein paar Männer vor die Bühne. Die Band verbreitete wie auch im vergangenen Jahr gute Stimmung im Saal.

In den späteren Stunden kamen die Gäste aus dem unteren Stockwerk nach oben, um zu Liedern wie "Se bastasse una canzone" von Eros Ramazotti und "Es lebe der Zentralfriedhof" von Wolfgang Ambros zu tanzen. Neben solchen Klassikern hatte die Band auch Aktuelles wie "I wish I was a Punkrocker" oder "Rolling in the deep" von Adele im Repertoire. Nicht nur aus Windischeschenbach strömten die Leute in den Gasthof. Freunde aus Schwäbisch-Hall, gebürtige Windischeschenbacher, nach München ausgewandert, Urlauber und Gäste aus Tirschenreuth fanden den Weg zur Kirwa Windischeschenbach auf der Schwaner.

Natürlich gehört auch leckeres Essen zu einer anständigen Kirchweih. Auf der Karte standen neben Gänse- und Entenbraten aus dem Holzofen auch Karpfen in unterschiedlichen Variationen. "Der Karpfen war sehr gefragt.", berichtet eine Bedienung. "Und als flüssige Nahrung ist der Zoigl natürlich ein Bestseller." Heuer wurde die Bar in den "Schwanerer-Saal" integriert und lud auf ein Glas Sekt mit Aperol oder zu einem Gläschen Hochprozentigen ein.

Tracht ausführen

Warum man überhaupt auf die Kirwa geht? Man kann die Tracht ausführen, trifft allerhand Leute, wird bestens unterhalten und es ist für alle etwas dabei. Was zu einer richtigen Kirwa sonst noch dazugehört? Den Kirwakuchen im Kreise der Familie genießen. "Aber das ist für den Sonntagnachmittag eingeplant", sagte ein junger Mann.
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