Ukulelen-Klang zur Kirwa

Nicht nur der Bandname ist außergewöhnlich: "Endow County Ukulele Orchestra". Auch die Musik der Jungs ist erfrischend anders. Bild: gag
Lokales
Windischeschenbach
13.07.2015
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Johannisthal feiert Kirwa. Es ist die erste, seit die Kirche am 13. Juli 2014 eingeweiht wurde, und eine ziemlich ungewöhnliche: Denn im Vordergrund standen vor allem Ukulelen.

(gag) Direktor Gerhard Pöpperl vom Werk für Geistliche Berufe in Regensburg zelebrierte einen mitreißenden und im wahrsten Sinne bewegenden Jugendgottesdienst. Mit Freude und Begeisterung predigte er vom Wolf im Schafspelz oder auch Schaf im Wolfspelz, klatsche und wiegte sich zusammen mit den Gottesdienstbesuchern im Takt, als die Band "Cantiamo" aus Weiden in Sister-Act-Manier "We will follow him" und "Oh happy Day" sangen.

Gleich vor der Kirchentür wartete der nächste Höhepunkt: Die fünf Stiftländer vom "Endow County Ukulele Orchestra" enterten die Open-Air-Bühne. Frech und musikalisch, wie zu ihren Zeiten im Stiftland-Gymnasium, präsentierten sie die Hits ihrer ersten (und einzigen) CD "Curious Waves", aber auch ein paar neu einstudierte Songs. Zum ersten Mal auch wieder mit Julian Mühlmeier, der seit einem halben Jahr auf Teneriffa studiert.

Die Liste und Reihenfolge der Hits, die den fünf hawaiianischen Ukulelen entlockt wurde, war sehr bunt und vielseitig. "Everybody needs somebody" von den "Blues Brothers", Surfsongs von Jack Johnson oder "Nackerd" von Stefan Dettl, unbekümmert und humorvoll mixten Alex, Lenni, Fred, Julian und Matze auf ihre eigene Interpretationen von bekannten Songs auf ihren Ukulelen. Jedes Stück moderierten sie meist humorvoll an. Eine leise gezupfte Einleitung zu "All you need ist love" von den Beatles setzte einen Kontrapunkt zu den meist temperamentvolleren Stücken. Doch lange gelang es den "Ukulelen" nicht, ernst und ruhig zu bleiben. Und das Publikum klatschte, sang oder wippte begeistert mit. "Hello Dolly", gefolgt von "Dancing in the Moonlight" oder "Friday I'm in love", der kuriose Stilmix setzte sich so fort, ebenso die lockere Unterhaltung auf der Bühne. Gerade diese unbekümmerte Lockerheit wirkte professionell und gefiel dem Publikum, das nach der Pause, teils in warme Decken gehüllt, der nächtlichen Kälte trotzend, mitlachte und den Takt mitklatschte. Das für eine Kirchweih ungewöhnliche "Psycho Killer", im Original von den Talking Heads, erntete großen Applaus. Klar, dass Zugaben nicht fehlen durften, wo vor allem Fred mit aufgeblähten Backen und flatternden Lippen laute Harley-Davidson-Geräusche imitierte als Einleitung zu "Born to be wild" aus "Easy Rider". Wer nicht beim Konzert dabei sein mochte, konnte im Haus Johannisthal einen Spieleabend genießen. Und Direktor Strigl schweben schon neue kreative Gedanken für nächstes Jahr durch den Kopf.
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