"Wichtiger Anker"

Lokales
Windischeschenbach
07.10.2014
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KAB-Kreisvorsitzender Georg Schreglmann brachte es auf den Punkt: "Mit 110 Jahren noch so unheimlich jung und aktiv, man könnte fast neidisch werden."

Anlass für diese Feststellung war das Jubiläum des Ortsverbands, das im "Schwanensaal" mit zahlreichen Gästen gefeiert wurde. Vorsitzender Richard Landgraf erinnerte dabei an den 14. Mai 1904, als sich mutige Menschen trafen, um über die Gründung eines Katholischen Arbeitervereins zu beraten.

Aus der Beratung wurde letztendlich die Gründungsversammlung mit 70 Mitgliedern. Bürgermeister Karlheinz Budnik würdigte die Arbeit des Jubelvereins vor allem auch in den Hochzeiten der Porzellan- und Kristallindustrie. Für die nächsten 110 Jahre wünschte der Rathauschef viel Schaffenskraft. "Nur wenn wir zusammenhalten, können wir auch was erreichen", betonte für die Gewerkschaft Manfred Haberzeth, der sich gleichzeitig wünschte, dass die bisherige gute Zusammenarbeit bleiben möge". Als "wichtigen Anker" bezeichnete Gemeindereferent Helmut Nürnberger die KAB. "Sie zeigt, dass wir nicht alleine sind, und dass die Kirche Anteil nimmt an den Fragen, die Arbeitnehmer heute haben. Die KAB ist ein Segen, für den sich die Pfarrgemeinde bedankt auch im Namen von Pfarrer Hubert Bartel.In seiner Festrede wies Vorsitzender Landgraf darauf hin, dass Papst Pius X. seinerzeit angeregt habe, Katholiken sollten eigene Standesvereine gründen. So entstand, unter anderem, 1891 auch das Arbeitsschutzgesetz, das die Sonntagsruhe, die Begrenzung der Arbeit für Frauen und Jugendliche, den Schutz der Wöchnerinnen und das Verbot der Kinderarbeit unter 14 Jahre beinhaltete. In Windischeschenbach bestand damals bereits im Verein eine Krankenzuschusskasse, eine Unfallversicherung und eine Sterbekasse. Der Verein war Arbeiter-Unterstützungskasse, Sparkasse und Darlehensverein. Die erste Rechtsvertretung der Mitglieder wird 1912 erwähnt.

Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges im Jahr 1914 brachte für den Verein große Einschnitte. Hinterbliebene von Mitgliedern, die im Krieg waren, wurden unterstützt. Das nächste große Problem war die Inflation 1923 und die NSDAP, die bei den Wahlen 1933 stärkste Partei wurde. Damit begann über die Machtergreifung Diktatur und Terror, und auch die Mitglieder der katholischen Vereine wurden unter Druck gesetzt. Am 31. Januar 1938 folgte die Auflösung.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde auf dem Verbandstag in Regensburg im Jahr 1947 der Süddeutsche Verband unter dem Namen "Katholisches Werkvolk" gegründet. Die erste Versammlung in Windischeschenbach fand am 14. April 1948 statt.
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