Zeitschinden spart Kosten

Appetitlich ist das nicht: Die Löcher im Abwasserrohr unter der Waldnaabbrücke lassen sich nicht mehr stopfen. Der Vorschlag, bis zur Brückensanierung, einzelne Rohrstücke auszuwechseln, kam im Stadtrat gut an. Bild: hfz
Lokales
Windischeschenbach
13.11.2015
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Aus einem defekten Rohr unter der Waldnaabtalbrücke läuft Abwasser aus. Die Löcher in dem Gussrohr sind nicht mehr zu stopfen. Erste Berechnungen für eine Sanierung ergaben Kosten von 225 000 Euro. Doch ein unkonventioneller Vorschlag lässt die Stadt mit einem blauen Auge davon kommen.

Das Problem kam bei der letzten Kanalspülung zutage. Geschäftsleiter Wolfgang Walberer erläuterte in der Stadtratssitzung den Sachverhalt. Betroffen ist die Kanal-Doppelrohrleitung unter der Waldnaabbrücke.

Der Schreck war groß, nachdem Arbeiter die Wärmedämmung und die Blechschalen entfernt hatten. Die Löcher zeigten sich auf einer Länge von zehn Metern. Fazit: weitere Nutzung unmöglich. Die Leitung musste deshalb westlich des Bahndurchlasses in einem Schacht verschlossen werden. Seitdem ist nur noch das parallel verlaufende Rohr in Betrieb. Das gesamte Abwasser der Stadt und aus Gleißenthal - bis auf eine kleinere Menge aus dem südlichen Stadtgebiet - fließt nun durch dieses Nadelöhr zur Kläranlage. Das ist keine Dauerlösung. Leitungen und Schachtbauwerke westlich und östlich der Brücke müssen erneuert werden.

Da die Stadt in den nächsten Jahren um eine Generalsanierung der Waldnaabbrücke nicht herumkommen wird, versucht sie Zeit zu gewinnen. Die Brücke ist seit 1985 in Windischeschenbacher Besitz. Deshalb kam der Vorschlag von drittem Bürgermeister Thomas Wilhelm gut an, das defekte Rohr abschnittsweise auszuwechseln. Auf lange Sicht zwar keine Option, aber bis zur einer Brückensanierung dürfte das Provisorium halten.

Über die geringen Kosten freuten sich alle im Stadtrat: Zu den 2000 Euro für das Material kämen nur noch die Kosten für die Montage hinzu. "Ein pragmatischer Lösungsansatz", sagte CSU-Sprecher Markus Weidner. Das Gremium entschloss sich einstimmig für diese Vorgehensweise.
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