Ziegel für die Kleinen

Lokales
Windischeschenbach
12.12.2014
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Die neue Kinderbetreuung wird kommen. Hier sind sich alle Stadträte einig. Manchem ist das 2,4-Millionen-Projekt aber zu teuer. Kritik auch am Planer, der nicht alle Einsparpotenziale genutzt habe.

Erfreuliches setzte Bürgermeister Karlheinz Budnik an den Anfang der Stadtratssitzung: das Schreiben von Finanzminister Markus Söder, der mitteilt, dass die Stadt eine Stabilisierungshilfe von 600 000 Euro erhält. "Es war an der Zeit, und wir haben uns das verdient", sagte der Verwaltungschef. "Man war in den letzten Jahren bemüht, den Haushalt straff zu führen, Hier hat die Verwaltung richtig taktiert. Dadurch kann man über 900 000 Euro an Schulden tilgen."

Heinz Uhl spricht der Verwaltung das Lob der CSU aus für deren Umsichtigkeit. SPD-Sprecher Josef Sauer erwähnt eine Klausel aus den Förderrichtlinien, die auch den Einwohnerrückgang einbezieht. "Wir haben Strukturmaßnahmen und auch das Kinderhaus angegeben, und das wurde berücksichtigt", entgegnet der Bürgermeister. "Wenn wir ehrlich sind, erhalten nur Kommunen Stabilisierungshilfen, die nicht gesund sind", resümiert FW-Sprecher Josef Söllner.

"Einsparung definieren"

Reichlich Diskussionsstoff gab es zur geplanten Errichtung einer neuen Kinderbetreuung. Im Zuge der Genehmigung der Entwurfsplanung und der Vorstellung der Kostenrechnung hatte der Stadtrat im November beschlossen, in einer gemeinsamen Besprechung mit dem Architekturbüro Juretzka sowie den Fachplanern Einsparungspotenziale zu definieren.

Bürgermeister Budnik informierte über einzelne Kürzungen und stellte fest, dass infolge der Umschichtungen der bisher sehr knapp gehaltene Ansatz für Außenspielgeräte auf 55 000 Euro erhöht werden könne. Seitens des Stadtrats ist nun zu entscheiden, ob reines Ziegelmauerwerk oder ein Mauerwerk mit Wärmedämmverbundsystem kommen soll. Die Mehrkostenkostenkosten für Ziegel belaufen sich auf 15 000 Euro. Somit ergäbe die modifizierte Kostenrechnung 2 396 527 Euro.

Sehr unterschiedliche Meinungen gab es im Gremium. Geschlossen zeigte sich die CSU. Deren Sprecher Uhl betonte, dass es sich nicht mehr um die Entscheidung "ja oder nein" handle, sondern es lediglich um zwei verschiedene Mauerwerke gehe. Die CSU wolle eine qualitativ hochwertige Einrichtung und komme zum Ergebnis, dass Ziegelmauerwerk am effektivsten sei.

SPD-Sprecher Sauer befürchtete, dass es nicht bei 15 000 Euro Mehrkosten bleiben werde. Die Runde mit dem Architekten sei gut gewesen, aber man hätte mit Sicherheit noch mehr einsparen können. Josef Söllner (FW) war zwar für die Ziegelbauweise, bat aber um Klarstellung, "dass sich 70 Prozent Förderung nicht auf die Gesamtsumme von 2,4 Millionen Euro beziehen, sondern nur auf den Kostenrichtwert der Regierung".

Bürgermeister Budnik erklärte, dass er den Kostenrichtwert in der Bürgerversammlung nicht eigens erwähnt habe. Dieser liege bei 166 000 Euro, und die Förderung demnach bei 1 160 000 Euro. "Schlicht und ergreifend zu teuer" ist nach den Worten von Raimund Zeitler (SPD) das Vorhaben. Die gemachten Einsparungen liegen bei einem Prozent.

Annette Dietl (FW) führte die erste Kostenschätzung von 1,8 Millionen Euro an, "und nun liegt man bei 2,4 Millionen. Reimund Seitz (SPD) sprach Alternativen wie die Modulbauweise an. Bürgermeister Budnik schloss die Diskussion, indem er feststellte, dass genug Möglichkeiten geprüft seien. Vergleichbare Einrichtungen anderer Kommunen seien auch nicht kostengünstiger. Man müsse sich schon im Klaren sein, wie weit man mit den Standard runtergehen wolle, um es billig zu machen. "Wollen wir bei unseren Kindern sparen?", fragte der Bürgermeister in die Runde.

Sauer, Seitz, Hampl und Dietl sprachen sich bei der Abstimmung gegen die Ausführung als "reines Ziegelmauerwerk" mit Mehrkosten von 15 000 Euro aus.

Neue Leitungen

Im Zuge des Ausbaus der Burgstraße erneuert die Stadt die 45 Jahre alte Wasserleitung auf einer Länge von 220 Metern. Kosten hierfür: 45 000 Euro. Dazukommen noch Baunebenkosten. Den Anliegern wird empfohlen, ihre Anschlussleitungen ebenfalls mit zu erneuern.
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