Albert Füracker spricht beim Neujahrsempfang der CSU
"Ich bin zuversichtlich"

Söder hat ein großes Herz, auch für die Oberpfalz.
Politik
Windischeschenbach
18.01.2016
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Obwohl er bereits eine wahre Flut an Neujahrsempfängen hinter sich hatte, trat Albert Füracker am Sonntag gut gelaunt ans Rednerpult. "Wenn in Windischeschenbach viel Zoigl getrunken wird, geht's den Menschen hier gut", scherzte der Staatssekretär. Doch seine Themen beschränkten sich nicht nur aufs Bier.

"Jeder sollte das bekommen, was er braucht", betonte Füracker. Regensburg oder Neumarkt benötigten keine Unterstützung. "Wir wollen nicht die Starken schwächen, sondern die Schwachen stärken." Er spielte damit auf die Stabilisierungshilfe von jeweils 600 000 Euro an, die die Stadt in den Jahren 2014 und 2015 erhalten hat.

"Der Söder und ich wissen, was für Windischeschenbach am besten ist." Man könne nicht von der schönen Landschaft alleine leben. Kommunen bräuchten mehr Spielraum, müssten aber auch Verantwortung übernehmen. Der Politiker lobte die Stadt für ihre schnelle Bereitschaft, in den Breitbandausbau zu investieren.

"Der Erfolg eines Staates beginnt beim wirtschaftlichen Erfolg", gab Füracker zu bedenken. "Stillstand ist Rückstand." Deshalb müsse auch die "Demografie befeuert" werden. "Junge Menschen sollen hier bleiben."

Besonders stolz sei er auf die 60 neuen Arbeitsplätze, die durch die Behördenverlagerung entstehen würden. "Wir machen das da, wo wir es brauchen." Wenn die Immobilienfrage geklärt sei, werde der Minister nach Windischeschenbach kommen und sich alles anschauen. "Söder hat ein großes Herz, auch für die Oberpfalz."

Mit Blick auf Berlin und den Bundesfinanzausgleich forderte der Redner: "Die Politik muss endlich lernen mit Geld umzugehen. Wir Bayern sind grantig, weil wir sparen und andere Bundesländer immer noch zuviel Geld ausgeben."

Füracker sprach den bedarfsgerechten Bau von Kinderkrippen im Freistaat an, verwies aber gleichzeitig darauf, wie wichtig es sei, wählen zu dürfen, ob man seine Kleinkinder selbst betreue oder in einer Krippe unterbringe. Er streifte die Bildungspolitik ("der Mensch beginnt nicht beim Akademiker") und erinnerte, wie wichtig die Landwirtschaft für Bayern sei ("eine moderne Branche mit Zukunft").

Trotz aller Probleme in der Flüchtlingskrise (siehe Kasten) forderte Füracker sein Publikum auf, die Lebensfreude nicht zu vergessen. "Trauen Sie sich zu, stolz auf unser Land zu sein." Die Zuhörer klatschten langanhaltend Beifall.
Söder hat ein großes Herz, auch für die Oberpfalz.Albert Füracker


FlüchtlingspolitikDie Flüchtlingspolitik hatte sich der Staatssekretär bis ganz zum Schluss aufgespart. "Wenn uns vor einem Jahr jemand gesagt hätte, dass wir 2015 1,1 Millionen Flüchtlinge aufnehmen, hätten wir das für eine Utopie gehalten. Wir haben das alle unterschätzt."

Den Vorwurf, Bayern würde Politik auf Kosten der Flüchtlinge machen, ließ er nicht gelten. "Wir haben keine Verhältnisse wie in Berlin. Wir wissen, wie Integration geht. An alle Schlausprecher: Das müsst ihr uns erst einmal nachmachen." Doch diese Arbeit sei auf Dauer nicht zu leisten. "Wir helfen gerne und wollen die Leute ordentlich unterbringen, aber die Zahlen müssen auf Dauer deutlich abnehmen." Füracker machte keinen Hehl aus seinem Unmut, dass nur einige der 25 EU-Länder Flüchtlinge aufnehmen. "Andreas, ich verstehe deinen Hilferuf sehr gut", sagte er zu Landrat Meier. Füracker setzt Hoffnung in das Gutachten des Verfassungsrichter Udo di Fabio. "Wenn Schengen die Grenzen nicht schützt, müssen wir das selber machen." Nicht jeder Flüchtling sei ein Terrorist. "Doch wer sich nicht an unsere Gesetze hält, soll dorthin gehen, wo ihm die Gesetze gefallen."

Ein weiteres Treffen mit Kanzlerin Angela Merkel müsse die Wende bringen: "Ich bin zuversichtlich, dass sie einlenkt." Immer Menschen würden sich dieser Meinung anschließen. (mic)
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