Bauprojekte 2016
Neue Straßen, neuer Kanal

Im Frühjahr beginnen die Arbeiten am Lehnerberg. Die Straße soll ebenso wie die Bürgermeister-Gierisch-Straße saniert werden. Bild: ab
Politik
Windischeschenbach
11.12.2015
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Die Stadträte mussten am Mittwoch die Ohren spitzen, um alles mitzubekommen. Eine schlechte Akustik machte die Dezember-Sitzung zur anstrengendsten Zusammenkunft des Jahres 2015. Das Gremium tagte diesmal nicht im Rathaus, sondern im Klarasaal des Hauses Johannisthal.

Doch dem nicht genug. Auch die Themen verlangten den Räten einiges ab. Vor allem die dringende Sanierung des Kanalsystems in der Ritzerberg- und Schillerstraße erforderte höchste Aufmerksamkeit. Günther Schwab vom Ingenieurbüro Zwick stellte die Planungen vor. Bereits im Juli hatte der Fachmann den Stadtrat auf den äußerst maroden Kanal hingewiesen. "Es ist fünf nach zwölf", waren sich damals alle einig.

Verkehr läuft weiter


Die Arbeiten sollten eigentlich gleich im Frühjahr 2016 beginnen. "Unser Problem ist jedoch die Zufahrt zur Gärtnerei", gab Schwab zu bedenken. Das Hauptgeschäft sei jedoch bis Juli abgewickelt, die Sanierung könnte in der zweiten Jahreshälfte starten. Der Kanalbauer zeigte den Räten noch einige Bilder von gekippten Randsteinen. "Ein Zeichen, dass sich der Beton auflöst", erklärte er. Um während der Bauphase den Verkehr aufrechtzuerhalten, würden die Straßen nur auf der Nordseite aufgegraben. Autos müssten sich auf dem verbleibenden drei Meter breiten Stück vorbeischlängeln.

Der Ingenieur schlug vor, nach der Auswechslung des maroden Kanals, die Oberschicht der Fahrbahn komplett abzufräsen, "um wieder ein einheitliches Bild zu bekommen". Das käme qualitätsmäßig einem Neubau sehr nahe. Eine genaue Kostenberechnung gibt es noch nicht, doch Schwab rechnet mit rund 500 000 Euro.

Gedankenspiele der Räte, das Abwasser direkt durch die Ritzerbergstraße in die Neustädter Straße einzuleiten, waren schnell wieder vom Tisch. Der Umweg durch die Schillerstraße sei notwendig, da es Probleme geben könnte, die Straße direkt neben der Stützmauer in der Ritzerbergstraße aufzugraben. Das Gremium entschloss sich nach einigen Diskussionen einstimmig für die Sanierung.

Mit Naturstein


Bereits 2014 hatte der Stadtrat eine Liste erstellt, in welcher Reihenfolge die Straßen im Stadtgebiet saniert werden sollen. 2016 sind der Lehnerberg und die Bürgermeister-Gierisch-Straße vorgesehen. Das Ingenieurbüro Zwick hatte zwei Varianten ausgearbeitet. Der Stadtrat sprach sich mehrheitlich für die optisch schönere Lösung aus. Die Fahrbahn beider Straßen soll asphaltiert werden, die Seitenstreifen werden mit Naturstein gepflastert. Sowohl der Lehnerberg als auch die Bürgermeister-Gierisch-Straße sind nach der Sanierung verkehrsberuhigt.

55 Prozent der Kosten können auf die Anwohner umgelegt werden. Die Mehrkosten für das Natursteinpflaster zählen nicht dazu, diese übernimmt die Stadt. Der Ausbau des Lehnerbergs kostet 84 000 Euro, für die Bürgermeister-Gierisch-Straße fallen 111 600 Euro ins Gewicht.
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