Brandschutzkonzept erregt die Gemüter
Wand muss dem Feuer trotzen

Politik
Windischeschenbach
13.10.2016
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Das Brandschutzkonzept bereitet dem Bauausschuss Kopfzerbrechen. "Muss das wirklich sein?", stellen sich am Dienstag einige aus dem Gremium die Frage. Erich Sperber setzt sogar noch eins drauf: "Das hat mit der Realität nichts mehr zu tun."

Die Stimmung im kleinen Sitzungssaal schwankte zwischen Resignation und der Gewissheit, dass an der Umsetzung der Richtlinien kein Weg vorbeiführt. Doch nur widerwillig wollten sich die Räte mit der Situation abfinden. Bürgermeister Karlheinz Budnik erinnerte an einen Beschluss von 2013, der besagte, das Rathaus in verschiedenen Bauabschnitten zu sanieren. Nachdem der energetische Teil im vergangenen Jahr abgeschlossen werden konnte, soll nun der Brandschutz im Haupthaus angegangen werden. Das Rückgebäude kommt in Absprache mit dem Landratsamt erst im nächsten Schritt an die Reihe.

Dazu gehören die Brandmeldeanlage, eine Notbeleuchtung im Treppenhaus, die Türen und verschiedene Fenster. Dass Brandschutz wichtig und richtig ist, wollte niemand bezweifeln, doch an einzelnen Vorgaben schieden sich die Geister.

Fenster zumauern


Die Fenster Richtung Anwesen Daubner bilden einen Schwachpunkt in der sogenannten Brandwand. Da der Abstand zum Nachbargebäude die Mindestrichtlinien unterschreitet, muss die Wand zu sein. Dass heißt, die schmalen Toilettenfensterchen können so nicht bleiben. Die Stadt kann zwischen drei Varianten wählen: Alle Fenster werden zugemauert, die Toiletten bekommen eine Lüftung. Die Wahl fällt auf Fenster, die nicht zu öffnen sind. Auch in dem Fall wird eine Lüftung nötigt.

Teure Spezialfenster


Leider viel zu teuer käme die annehmbarste Lösung: Spezielle Brandschutzfenster, die auch zu öffnen wäre. "Es gibt nur wenige Firmen in Deutschland, die solche Fenster einbauen", erklärte Rainer Hecht von der Bauverwaltung. "Und die lassen sich das auch bezahlen." Bei einem Preis von rund 20 000 Euro schluckte die Runde. Budnik wies darauf hin, dass diese Überlegungen nur dazu dienten, "den Bauausschuss auf das, was auf uns zukommt zu senisibilisieren". Das Gremium tendierte dazu, die Fenster vom Bauhofteam zumauern zu lassen.

Gedankenspiele mit dem Brandschutz im Rückgebäude, in dem unter anderem die Polizeiwache und der Trachtlersaal untergebracht sind, brachte den Bauausschuss auf kreative Ideen. Das Konzept sieht eine Fluchttreppe aus dem ersten Stock vor. Dazu müssten die Toiletten im ehemaligen Schlauchturm weichen. Reimund Zeitler brachte einen Rettungsschlauch ins Gespräch. Dieser funktioniert wie eine Rutsche und sei auch für ältere Leute geeignet. Er habe sich schlau gemacht, diese Lösung sei sogar zugelassen. Die Ausschussmitglieder zeigte sich nicht abgeneigt.

Podest vorm Haus


Ein Vorhaben der Familie Popp fand beim Bauausschuss Anklang. Sie möchte vor ihrer Zoiglstube "Zum Gloser" ein Podest als Freischankfläche bauen. "Das bereichert das Stadtbild", freute sich Bürgermeister Karlheinz Budnik. Das Podest soll bis zum einem Meter hoch, 1,80 Meter breit und 4,26 Meter lang werden.
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