Stadt geht Kompromisse ein
Stromtrasse entlang der A 93

Der Stadtrat einigte sich auf die Ostvariante, die in weiten Teilen auf der alten Trasse bleibt, aber dann entlang der A 93 an der Stadt vorbeiführt und erst bei Klobenreuth die Autobahn wieder Richtung Südwesten kreuzt.
Politik
Windischeschenbach
29.01.2016
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Die optimale Trasse wird es nicht geben. Darüber waren sich die Mitglieder des Stadtrats einig. In der Sitzung am Mittwoch mussten sie sich entscheiden, welche Variante sie für den Neubau des Ostbayernrings favorisieren.

Das Gremium sprach sich dafür aus, weitgehenst auf der alten Trasse entlang der A 93 zu bleiben. Wie bisher soll die Leitung von Falkenberg Richtung Süden durch das Waldnaabtal führen. Nach Wunsch des Gremiums weicht sie nördlich von Neuhaus von der ursprünglichen Trasse ab und orientiert sich an der A 93, wo sie östlich von Neuhaus und der Autobahn an der Stadt vorbeiläuft. Erst bei Klobenreuth soll die Leitung die Autobahn wieder kreuzen und nach Südwesten abzweigen. Lediglich Annette Dietl (Freie Wähler) stimmte gegen diesen Vorschlag.

Die Fraktionen hatten sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. Alle waren der Meinung, dass diese Lösung am wenigsten weh tut. "Wir müssen Kompromisse machen", sagte CSU-Sprecher Markus Weidner. "In der Politik bleibt einem manchmal nur das kleinere Übel", fügte Stefan Seitz (SPD) hinzu. Auch Josef Söllner (Freie Wähler) sah dies so: "Ganz gleich wie wir entscheiden - mindestens einem werden wir wehtun." Einig waren sich die Räte in der Frage: Welche Trasse müssen wir unbedingt verhindern? Niemand kann sich vorstellen, dass die Leitung südlich der Stadt von Ost nach West verläuft, das heißt südlich von den "Lindenwiesen" und dem Freibad. "Sonst wäre die Stadt von drei Seiten begrenzt", befürchtete Heinz Uhl (CSU).

Ein Teil der alten Stromleitung bis zum Umspannwerk im Norden der Stadt muss nämlich bleiben, um Windischeschenbach mit Strom zu versorgen. Und im Osten setzt die Autobahn Grenzen. Auch mit der Westumgehung kann sich kaum einer anfreunden. Den Räten war klar, dass ihr Trassenvorschlag vor allem in Altenstadt nicht auf Gegenliebe trifft. "Ist das Sauerbachtal mehr wert als das Waldnaabtal?", ärgerte sich Annette Dietl.

Thomas Wilhelm schlug vor, im Bereich der Stadt auf sogenannte Kompaktmasten zu bestehen und den Rückbau der alten Masten voranzutreiben, um so die Grundstücke schneller wieder freizugeben.

Die letztendliche Entscheidung fällt die Regierung. Bürgermeister Karlheinz Budnik rechnet Mitte 2016 mit einem Ergebnis. Doch auch dann ist noch nichts fix. "Auch darauf können wir noch reagieren", sagte der Rathauschef.
Wir müssen Kompromisse machen.CSU-Sprecher Markus Weidner
Ist das Sauerbachtal mehr wert als das Waldnaabtal?Annette Dietl (Freie Wähler)
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Renate Kühnel aus Weiden in der Oberpfalz | 29.01.2016 | 13:59  
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