DJK-Bundesmeisterschaften im Geräteturnen
Präzision und Körperspannung

Kraft und Schnelligkeit sind am Stufenbarren ausschlaggebend.
Sport
Windischeschenbach
09.05.2016
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Dass es keine Stadt mit der Infrastruktur einer kleinen Metropole braucht, um die DJK-Bundesmeisterschaften im Geräteturnen auszurichten, bewies Windischeschenbach. Das Kleinstadtflair hat sogar ganz besondere Vorteile.

"Respekt vor der Leistung", sagte Landrat Andreas Meier, der zusammen mit Bürgermeister Karlheinz Budnik die Schirmherrschaft übernommen hatte. Mit Grauen erinnere er sich an seine eigenen Erfahrungen mit Reck und Barren in der Schulzeit. Umso höher schätze er die Leistung der knapp 200 Teilnehmer ein.

Aus dem gesamten Bundesgebiet waren die besten Turnern von DJK-Sportvereinen angereist - außer den Gastgebern kam die Mannschaft mit der kürzesten Anreise bereits aus Heufeld bei Rosenheim.

Trotz großer räumlicher Distanz kennt man sich in der Szene. Die Windischeschenbacher haben seit 1973 jedes Jahr an dem Wettbewerb teilgenommen - außer vor zwei Jahren, als die Meisterschaften in Mainz ausgetragen wurden. Die Kosten für die Teilnahme wären zu hoch gewesen. Das kann in der Zoiglhauptstadt nicht passieren.

Schlafen im Matratzenlager


"Wir haben darauf geachtet, dass es für alle bezahlbar bleibt", sagt DJK-Vorsitzender Frank Brünnig. Die Teilnehmer waren in der Mittelschule auf Matratzenlagern untergebracht, die Narhalla und das Jugendwerk der Arbeiterwohlfahrt haben das Frühstück spendiert und die Pfadfinder das Festzelt auf dem Fußballplatz aufgebaut. "Bei uns sind die längsten Wege 500 Meter. Wir beweisen, dass es in einer kleinen Stadt auch geht", betont Brünnig. "Und gemütlicher ist es sowieso."

Mit den Sportlern sind auch einige Begleiter mitgereist, die die Atmosphäre der Stadt und ihre Bewohner schätzen. Bei Auswärtsterminen bringen die Windischeschenbacher schon mal ein paar Flaschen Zoigl mit. Nach den Wettkämpfen ist dann entspanntes Beisammensein mit Gitarrenmusik angesagt.

Volle Konzentration


Beim Wettkampf herrscht dagegen volle Konzentration. Während die jüngeren Jahrgänge überwiegend die Pflichtübungen absolvieren, versuchen die Erwachsenen auch mit Eigenkreationen die Schiedsrichter zu überzeugen. Ein Muss ist das Kürprogramm aber nicht, um Punkte zu sammeln.

"Wir haben die Finger davon gelassen", sagt Bernhard Müller, der die Windischeschenbacher Herren trainiert. Das sei vom Trainingsaufwand her nicht machbar und wenn es nicht richtig funktioniere, mache es auch keinen Spaß.

Sechs Stationen müssen die Herren absolvieren, vier sind es bei den Mädchen. Bis zu sechs Stunden lang müssen die Sportler ihre Konzentration aufrechterhalten, um dann beim oft nicht einmal eine Minute dauernden Einsatz die volle Leistung abzurufen. Dann herrscht auch bei den Angehörigen große Anspannung. Etwa bei Felix Haberkorn, der sich am Rand der großen Bodenmatte mit dem Smartphone positioniert hat, um seine Schwester Paula zu filmen. "Hat schon gut geturnt", lautet das Urteil von Felix, der auch selbst schon aktiv war.
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