70 Jahre CSU Windischeschenbach
Jubiläum im Geo-Dreieck

Ein Erinnerungsfoto mit den früheren Ortsvorsitzenden und den Ehrengästen. Von links: Manfred Sperber, MdL a. D. Georg Stahl, Bürgermeister Karlheinz Budnik, Manteler Bürgermeister und CSU-Fraktionsvorsitzender im Kreistag, Stephan Oetzinger, Ortsvorsitzender Erich Sperber, Markus Weidner, Horst Schellkopf, Landrat Andreas Meier, MdL Tobias Reiß, Matthias Schandri sowie stellvertretender Landrat Albert Nickl. Bild: bey

Die CSU feierte am Freitag im Hotel "Weißer Schwan" 70-jähriges Bestehen. Vorsitzender Erich Sperber hob in seiner Ansprache die Schwierigkeiten hervor, mit denen die Gründung kurz nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges verbunden war. Größter Erfolg des Ortsverbands sei die einschneidende politische Veränderung 2002 zugunsten der CSU gewesen.

Neue Heimatstrategie


Festredner Tobias Reiß zollte den Männern und Frauen großen Respekt, die bereit waren, unter chaotischen Verhältnissen die Heimat wieder aufzubauen. Dies gelte in Windischeschenbach besonders für Alois Schönberger und 19 Mitstreitern, betonte der Landtagsabgeordnete. Die CSU habe sich in Bayern in den vergangenen sieben Jahrzehnten zur prägenden politischen Kraft entwickelt. Reiß zitierte Finanzminister Dr. Markus Söder, der den ländlichen Raum als "Entwicklungsaufgabe Nummer eins" bezeichnet hatte.

Reiß will an der Heimatstrategie mitwirken und sprach die Behördenverlagerung an. Hof-Waldsassen-Windischeschenbach soll das neue bayerische "Geo-Dreieck" der Vermessung werden. Reiß' Wunsch: die Einführung des Studienganges Digitalisierung an der Hochschule Weiden. Damit würden weitere Perspektiven für junge Menschen geschaffen werden.

Irrtum bei der Gründung


Markus Weidner hatte seine Power-Point-Präsentation mit den Worten "traditionell-verantwortungsbewusst-zukunftsorientiert" überschrieben. Mit historischen Bildern und Auszügen aus dem Protokollbuch zeichnete Weidner die Geschichte der Windischeschenbacher CSU nach, bei deren Gründung wohl irrtümlich von einer "Christlich Demokratischen Partei" gesprochen worden war.

Diese Bezeichnung wurde später mit "Christlich Sozial" überklebt. Von den damals 170 Mitgliedern des Ortsverbandes bei der Sitzung am 8. März 1946 könne man heute nur noch träumen, meinte Weidner. Bereits mit der Währungsreform 1948 sei der Mitgliederstand auf 97 zurückgegangen. Mit Bildern, Textbeiträgen und Zeitungsausschnitten, alle sorgfältig für die Power-Point-Präsentation aufbereitet, erinnerte Weidner an das politische Tagesgeschäft, einschließlich verlorener Wahlkämpfe und die Übernahme der Führungsspitze im Rathaus. Landrat Andreas Meier, vorher Bürgermeister in Windischeschenbach, nannte die "Reise zurück" beeindruckend und überraschend, was so manche Fotos betrifft.

Der politische Umbruch sei nicht das schlechteste für Windischeschenbach gewesen. Ihren Anteil hätten daran auch die Vorgänger in politischen Ämtern im CSU-Ortsverband. Meier war überzeugt, dass Windischeschenbach nach dem industriellen Wandel, verbunden mit dem Verlust von 1500 Arbeitsplätzen, wieder im Aufwind ist. Viele Entscheidungen hätten Zukunftswirkung gehabt, betonte der Landrat. Jetzt müssten die örtlichen Politiker entscheidungsfreudig sein.

Stabile Demokratie


Bürgermeister Karlheinz Budnik hob das Anliegen der Gründerväter im Jahr 1946 vor: eine stabile Demokratie in Bund, Land und den Kommunen. Gerade dieser Aspekt werde heute von vielen Menschen als Selbstverständlichkeit betrachtet. Der Liederkranz 1864 unter Leitung von Gerhard Beer umrahmte die Jubiläumsfeier.
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