"Altneihauser Feierwehrkapell'n" bei "Fastnacht in Franken"
Gelungener Mauerdurchbruch

Nach ihrem Auftritt schlüpften die Windischeschenbacher "Spritzenmänner" noch in die Rolle einer Bob-Mannschaft, die bei den Olympischen Spielen antritt. Bilder: Kunz (2)
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Windischeschenbach
31.01.2016
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Markus Rinderspacher (Mitte), SPD-Fraktionsvorsitzender im Bayerischen Landtag, und seine Begleitung nahmen Norbert Neugirgs Frotzeleien mit Humor.

Das Beste kommt bekanntlich zum Schluss. So war es auch in diesem Jahr wieder bei "Fastnacht in Franken". Die Oberpfälzer Gäste der "Altneihauser Feierwehrkapell'n" um Frontmann Norbert Neugirg nahmen wie gewohnt kein Blatt vor den Mund.

"Und sind die Weine auch noch so sauer, wir fürchten weder Wand noch Mauer. Und die Oberpfalz ist ums Verrecken, durch nichts und niemand abzuschrecken." Die Mauer fiel. Star-Wars-Hymne. Die Idee, sich diesmal auf die Veitshöchheimer Fastnacht-Bühne durch die Wand zu brechen, hatte Norbert Neugirg. Ein Aufeinanderprall der Kulturen.

Furioser Auftakt


Irgendwie sollte Markus Söders Plan, Bayern mit einem Zaun gegen Asylbewerber abzuschirmen, schon ins Programm. Deshalb hatte Neugirg den Einfall, die Franken hätten mit einer Ziegelwand die Oberpfälzer ausgesperrt. Ein furioser Auftakt. Heimatminister und Franken-Ikone Söder nahm's den Spritzenmännern nicht krumm. Auch die Frotzelei des Kommandanten der "Altneihauser Feierwehrkapell'n" gegen seine Landsleute nicht.

"Mein Gott, es ist halt Fasching und nicht die Sonntagsmatinee. Da muss schon ein wenig Fränkischer und Oberpfälzer Humor mit nei. A wengerl direkt. Aber des passt schon." Übrigens kenne er ja die Mentalität der Oberpfälzer ganz gut. "Mein Staatssekretär ist einer. Da bin ich ohnehin unheimlich mitleidsvoll." Wie er das auch immer meinte. Staatssekretär Albert Füracker saß übrigens am selben Tisch.

Die Altneihauser hätten sich nach Söders Ansicht - er kam diesmal als Edmund Stoiber - längst zum Geheimfavoriten gemausert. Immerhin hatten Neugirg & Co. auch heuer wieder dazu beigetragen, das BR-Flaggschiff "Fastnacht in Franken" mit 3,9 Millionen Fernsehzuschauern (kurz vor dem Auftritt waren es fünf Millionen) in die oberste Quoten-Liga zu katapultieren. Es handelte sich um die zweiterfolgreichste BR-Sendung seit Beginn der gesamtdeutschen Quotenerhebung 1991.

BR begrüßte Idee


Das geht nicht ohne Lampenfieber. "In gewissem Maße ist man vorher immer angespannt", sagt der Neuhauser Kommandant nach der Live-Sendung in der "Mainfrankensäle". "Aber wenn man rausgeht und den ersten Satz sagt, spürt man schon, wie's läuft." Prächtig in diesem Fall.

"Unser Mauerdurchbruch ist gelungen." Das Bayerische Fernsehen hatte die Idee im Vorfeld sofort begrüßt. Weil man gut erklären konnte, warum der Oberpfälzer Auftritt diesmal den letzten Programmpunkt gestalten sollte. "Man war ja ausgesperrt." Die rußgeschwärzten Gesichter erklärte Neugirg übrigens damit, dass man mit einem VW-Diesel angereist sei.

In den letzten vier Wochen sei intensiv auf die Show hingearbeitet worden. Aber: "Man geht das ganze Jahr über schwanger damit." Schließlich wolle man ja wiederkommen. Trotz Franken-Schelte: "Zunächst gilt es dem Herrn zu danken - die Oberpfalz liegt nicht in Franken. Es ist dort schöner, wo wir leben. Und sich nach Franken zu begeben, fällt uns Oberpfälzern schwer. Nüchtern kommt man nicht hierher."

Man geht das ganze Jahr über schwanger damit.Norbert Neugirg über die Vorbereitungen

Die Buh-Rufe motivieren. Für Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger waren die Altneihauser wieder der absolute Höhepunkt. "Von denen kann man nicht genug kriegen." Aber: "Mir tut's nur leid, dass die nicht mehr Sendezeit kriegen." Neugirg: "Man muss natürlich schon berücksichtigen, dass die Leute schon fast drei Stunden vor dem Fernsehen sitzen, wenn wir kommen."

Ministerpräsident Horst Seehofer über den künstlerischen Anspruch der Oberpfälzer Spritzenmänner, die ihm schon bei der Ankunft am Roten Teppich den Marsch geblasen haben: "Frechheit siegt. Und wenn das mit Niveau geschieht, was man ja nicht bestreiten kann, wird das von den Leuten auch akzeptiert." Frechheit dürfe nur nie "dumpf" übermittelt werden. "Dann gibt's Widerstand."
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