Altneihauser Feierwehrkapell'n beim Schlappentag in Hof
Schlappen und große Klappen

Norbert Neugirg verteilte beim Schlappentag ordentlich "Watschn" an die Hofer. Bild: Huber
 
Norbert Neugirg verteilte beim Schlappentag ordentlich "Watschn" an die Hofer. Bild: Huber

Die Altneihauser Feierwehrkapell'n auf Besuch in Hof: Herren in Uniform, ein Streit in Reimform und Feiern in Reinform: In der 584. Auflage des Hofer Schlappentages geht es hoch her.

Windischeschenbach/Hof. (fph) Vergesst die Hussiten: Die Oberpfälzer sind die neuen Brandschatzer der Hofer Heimat! Statt mit Schwert und Beil fallen sie mit spitzer Feder und losem Mundwerk her über die Saalestädter, über Stadt und Landkreis und über alles, was den Menschen dort wichtig ist. Norbert Neugirg verhöhnt mit einzahnigem Grinsen im Gesicht die Hofer, macht sich lustig über ihre Art zu leben und das, was ihnen Freude macht.

Das haut rein, das sitzt tief. Und ist am Ende nur Spaß: Denn nachdem der Kommandant der Altneihauser Feierwehrkapell'n noch einmal derart auf die Hofer eingedroschen hat, dass einem der Vorfall in Veitshöchheim als die reinste Streicheleinheit vorkam, nimmt er das Friedensangebot der Saalestädter an. Und schafft es mit seinen Mannen am Ende sogar unbeschadet aus dem Zelt. Einen solchen Auftakt hatte der Schlappentag am Schießgraben noch nie.

Von vorn: Zusammen mit einigen Mitstreitern seiner Altneihauser Feierwehrkapell'n ist Neugirg zum Hofer Nationalfeiertag geladen. Da er bei der Fastnacht in Franken jüngst arg über die Hofer hergezogen war, hatte sich das Rathaus gemüßigt gesehen, zu antworten - der OB schickte ein Care-Paket mit Hofer Rindfleischwurst in die Oberpfalz.

Was folgte, war ein Dichter-Wettstreit zwischen Hof und Windischeschenbach; und ein Wettbewerb, wer das schönste Friedensgedicht verfassen kann, das Franken und Oberpfälzer wieder zusammenbringen könnte. Zuvor nämlich haben sich Gäste und Gastgeber etwas skeptisch beäugt am Montagmorgen. Die Königsproklamation vor dem Rathaus ist gespickt mit Seitenhieben aufeinander: Die schlechte Informationslage in der Oberpfalz könne er schon nachvollziehen, sagt Oberbürgermeister Dr. Harald Fichtner: "So sind die Sprüche gar nicht schändlich, sind im Nachhinein verständlich; nutzt man doch im Hinterland statt Facebook die Trommel in der Hand."

Das steckt Neugirg noch tapfer ein - er weiß, dass bald seine Stunde kommt. Zuvor aber ist die Stunde der Schützen, der Handwerker und der Brauer: Oberschützenmeister Günter Hornfeck betont, wie viele Menschen dazu beitragen, dass der Schlappentag "ein Markstein im Hofer Jahresverlauf" ist. Und dank der tüchtigen Brauer um Günther Spindler sei auch die Alarmmeldung, dass es in diesem Jahr kein Schlappenbier gebe, nicht eingetreten. Kreishandwerksmeister Christian Herpich betont die Bedeutung von Pflege und Wahrung der Tradition - die sich schon dadurch zeige, dass die Handwerker in ihren Zunft-Roben und die Schützenvereine aus Stadt und Landkreis zum Umzug gekommen sind. Bevor sich der Tross mit wehenden Fahnen in Bewegung setzt, werden aber noch, nach alter Tradition, die neuen Majestäten gekürt.

"Hof, in Bayern ganz oben, dieser Satz ist aufgehoben; Markus Söder bat uns zu verkünden: Wo Hof ist, da ist hinten!", so zieht Neugirg her über die Hofer - noch, nachdem sie ihm ihre Friedensgedichte dargebracht haben. Ob Zentralkauf, Busverkehr oder Internetverbindung auf dem Land: "Da sieht man mal, wohin es führt, wenn ein Oberbürgermeister der CSU angehört." Doch: "Trotz der hohen Schuldenlast ist der OB noch nicht im Knast; doch wird er bald dort Einzug feiern - Hof ist das Athen von Bayern." Am Ende aber sind sich alle einig und versöhnen sich: Der Kommandant nimmt die Friedensofferte an: "So halten wir in Nordbayern die Fahne hoch, damit uns die Münchner nicht vollends auffressen."

So sind die Sprüche gar nicht schändlich, sind im Nachhinein verständlich; nutzt man doch im Hinterland statt Facebook die Trommel in der Hand.Dr. Harald Fichtner, Hofer Oberbürgermeister


Hof, in Bayern ganz oben, dieser Satz ist aufgehoben; Markus Söder bat uns zu verkünden: Wo Hof ist, da ist hinten!Norbert Neugirg
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