Altneihauser mit Faschingskollegen auf Kreuzfahrt
Franken kommt ins Schwanken

Mächtig ins Schwitzen kamen die Musiker der Altneihauser Feierwehrkapelln auf dem Mittelmeer vor allem bei der Autogrammstunde auf der "Costa Mediterranea". Mit dabei waren auch "Waltraud und Mariechen" sowie Sebastian Reich mit seinem Nilpferd "Amanda". Bilder: Christian Höllerer (2)
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Windischeschenbach
02.11.2016
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Das "Osiris"-Theater im Bug des 292 Meter langen Kreuzfahrtschiffes war zweimal Auftrittsort von Norbert Neugirgs Kabaretttruppe. Für die zweite Show hatte er einige Eindrücke der Seereise in Reime gefasst.

Allein unter Franken auf hoher See. Für die Mannen der Altneihauser Feierwehrkapelln waren die sieben Tage Mittelmeerkreuzfahrt dennoch unterhaltsam. Schließlich hatten sie Unterstützung dabei.

"Was gibt es schön'res als mit Scharen von Franken auf dem Schiff zu fahren, wenn man die Tatsache vergisst, dass man Oberpfälzer ist und normalerweise Wert drauf legt, dass man mit Franken keinen Umgang pflegt, weil wir mit Oberpfälzer Hirngelenken in völlig and'ren Sphären denken, genetisch flotter und geschwind und die schön'ren Menschen sind", dichte Kommandant Norbert Neugirg über den "Betriebsausflug".

Gage gab es keine, dafür mussten die Musiker nicht alleine ihren Mann stehen. Sie nahmen ihre Partnerinnen mit auf die Reise. Neugirg hatte auch zwei seiner Kinder dabei. Seekrank wurde lediglich eine Oberpfälzer Dame. Wie es den Franken ging, die mit sieben Bussen aus Fürth und einem aus Würzburg zum Einschiffen nach Triest gekommen waren, darüber äußerte sich Neugirg nicht öffentlich.

Allerdings: "Ein Costa-Kreuzer voller Franken, der Kahn liegt tiefer, kommt ins Schwanken und an den Gästen sieht man gleich: Die Kreuzfahrt war sehr nährstoffreich. Und es gab keinen Frankenwein, wo könnt's auf Erden schöner sein?"

Selbst bei Windstärke 9 standen Neugirg und seine Oberpfälzer Truppe beinahe felsenfest wacker aufrecht auf der Bühne und unterhielten 400 Gäste im dreistöckigen "Osiris"-Theater im Bug der "Costa Mediterranea". Unter ihnen war auch Landtagspräsidentin und Frankenfaschingsfan Barbara Stamm. 1570 Seemeilen quer durch die Adria schipperten die Experten für schräge Gedanken in geraden Reimen und unterbrochene Melodien.

Zwei Auftritte absolvierten sie im Theater, in dem dazu ausschließlich die Passagiere Platz nehmen durften, die der Einladung der Comödie Fürth von Martin Rassau und Volker Heizmann gefolgt waren. Die übrigen 1600 Gäste auf dem Schiff mussten draußen bleiben und sich in Bar, Sauna oder Pool verlustieren. Begeistert waren aber nicht nur die Franken, sondern auch ein Teil der Crew. Die verfolgte das skurrile Treiben mit, soweit es der 12-Stunden-Schichtplan erlaubte, beobachtete Neugirg.

Gäste legen zu


Die Tage auf dem Schiff bedeuteten nach den Worten des Kommandanten der Altneihauser auch Tage harter Arbeit. "So ein Schiff und so ein Publikum, gottlob, die Woche ist bald um, die Hosen spannen und die Hemden, das Spiegelbild erzeugt Befremden." Ausnahme war die Theaterdirektorin der Comödie, Eva Brütting. Sie ging wegen des Stresses mit zwei Kilo weniger von Bord. Schließlich hatte sie neben den Altneihausern auch die Gastgeber Heißmann und Rassau sowie Bauchredner Sebastian Reich und sein Nilpferd "Amanda" unter ihren Fittichen.

Um den Erfolg brauchte sie sich ebensowenig Sorgen zu machen, wie die Künstler. "Wir hatten ja unsere eigene Fans dabei", meinte Neugirg. "Wenn wir das öfters machen, müssten wir uns Tropenuniformen schneidern lassen", schmunzelte er besonders über den Auftritt bei der Autogrammstunde am Pool: "Im eigenen Saft gegart." Auch sonst war der Kontakt zu den Mitreisenden fast wie beim Zoigl. "Wir saßen zusammen mit den anderen Passagieren beim Essen am Tisch." Begegnungen gab es an Deck und an der Bar bei Live-Tanzmusik bis tief in die Nacht.

Neben neuen Versen kamen die Altneihauser auch mit neuen Melodien aus dem Mittelmeer zurück. Das Repertoire enthält nun den Adriano-Celentano-Klassiker "Azzurro" sowie "Nimm mich mit, Kapitän, auf die Reise", das Hans Albers und Freddy Quinn berühmt gemacht haben.

Vorab hatte Neugirg viel Papierkram zu erledigen, musste Instrumentenlisten, -wert und -gewicht angeben. Das Gepäck wurde beim Einschiffen durchleuchtet wie auf dem Flughafen. Dass das für Künstler nicht immer problemlos ist, erlebte Reich mit seiner "Amanda". Er wurde ausgerufen, weil die Kontrolleure sich auf das Nilpferd in der Kiste keinen Reim machen konnten. Ein Lob haben die Oberpfälzer für ihre Busfahrer Olli und Daniel parat: "Vor der Schiffstour über Triest, Split, Kotor, Katalakon, Korfu, Dubrovnik und Venedig verwöhnten sie uns mit einem Weißwurstfrühstück."

Schiff gesucht


Neugirg kann sich nach diesen Erfahrungen durchaus vorstellen, noch einmal künstlerisch in See zu stechen. Doch so ganz einfach scheint das nicht zu sein: "Wir hätten sogar Zweitanfragen von and'ren Schiffen ausgeschlagen, sagten aber dann im Nu die Tour auf dieser Costa zu, denn der Grund dafür war schlicht: and're Schiffe woll'n uns nicht! Der Himmel hol' gesund und munter uns alle von dem Kahn herunter, er segne die Comödie Fürth, auf dass uns heimwärts nichts passiert und sich das Theater irgendwann wieder bessere Kapellen leisten kann."

Jetzt geht es an die Vorbereitungen für den Frankenfasching, bei dem es wohl ein Wiedersehen mit den Kreuzfahrern geben wird. Am 17. Februar zeigt der Bayerische Rundfunk die 30. Auflage der Kultsendung.
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