AsF serviert in Windischeschenbach Informationen zur Gleichberechtigung
Söhne nicht zu Kronprinzen erziehen

Annette Karl. Bild: wrt

Gleichberechtigung ist häufig nur ein Schlagwort, nicht Realität. Ein Frühstück mit Informationen und harscher Kritik an der Situation auf dem Arbeitsmarkt servierte die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) Weiden im "Sausewind" in Neuhaus.

Kinder, Küche, Karriere


"Multitasking-Wesen Frau" war das Thema, und Landtagsabgeordnete Annette Karl beschrieb die Anforderungen die man an Frauen stellt, als vergleichbar mit der "eierlegenden Wollmilchsau". "Frau" schafft quasi alles mit links - ein Bild, das nicht zuletzt von Wirtschaftsinteressen geprägt worden sei. Karl blickte auf die "drei Ks": Kinder, Küche, Kirche hieß es früher, heute Kinder, Küche, Karriere. Die Referentin informierte über noch gar nicht so lange zurückliegende gesetzliche Regelungen zur Gleichberechtigung, was aber noch lange nicht eine Gleichstellung bedeute. "Aufgaben müssen gleichberechtigt geteilt werden", forderte die Landtags-Abgeordnete. Karl appellierte an die Zuhörerinnen, aus Söhnen "keine Machos oder Kronprinzen" zu machen. Eine partnerschaftlicher Teilung der Aufgaben müsse oft von den Frauen erkämpft werden. Sie stellte das Bild der Powerfrau, die alles im Griff hat, in Frage und beleuchtete die Realität mit kontraproduktiven Rahmenbedingungen bezüglich Kinderbetreuung, Jobbranche und Bezahlung.

Altersarmut ist weiblich


Hinsichtlich der Situation auf dem Arbeitsmarkt kritisierte Karl, dass Berufe im Gesundheits- und Sozialwesen überwiegend von Frauen ausgeübt werden und trotz ihres Wertes für die Gesellschaft sehr schlecht bezahlt werden. Auch die Minijobs seien vorwiegend weiblich besetzt. Diese Umstände und die nicht vorhandene Lohngleichheit führten dazu, dass auch, wie sie es ausdrückte, "die Altersarmut weiblich ist". Ausführlich ging die Referentin auf den Aspekt der Kinderbetreuung ein, die für Frauen das A und O sei, um in einen guten Job einsteigen zu können. Gebundene Ganztagsschulen seien in Bayern nur lückenhaft vorhanden, Betreuung in Ferien und Randzeiten völlig oder weitgehend unberücksichtigt. "Es herrscht großer Bedarf."

Nichts gefallen lassenIn der Diskussion kam zur Sprache, wie Frauen "gnadenlos betrogen und ausgebeutet" werden, wie beispielsweise Kreisrätin Brigitte Scharf bei Gesprächen immer wieder erfährt. Sie ermunterte die Frauen, sich nicht niederreden zu lassen und politisch fadenscheinige Begründung sowie unlogische, konstruierte und unzutreffende Ausreden und Zusammenhänge nicht zu akzeptieren. (wrt)
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