DGB-Maikundgebung in Windischeschenbach
Redner decken schonunglos Misstände auf

Traditionell mit Schwalben hievten die Helfer bei der Maikundgebung den Internationalen Maibaum in die Senkrechte. Statt Wappen schmücken das Wahrzeichen Tafeln mit Sprüchen und Forderungen. Bild: ab
 
Der jetzige Zustand gefährdet den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Zukunftsfähigkeit unseres Landes.

Es ist harte Arbeit, einen Maibaum mit Muskelkraft in die Senkrechte zu hieven. Ist das Wahrzeichen mit Sprüchen wie "Kein Platz für Nazis" und Hinweisen auf den Klimawandel und die Panama-Kassen geschmückt, wiegt es besonders schwer.

Gerade deshalb stellt das "Sozialbündnis Windischeschenbach" an jedem "Tag der Arbeit" einen solchen Baum auf, um die Aufmerksamkeit auf Missstände zu lenken.

"Zeit für mehr Solidarität", lautete der Aufruf des Deutschen Gewerkschaftsbundes zum "Tag der Arbeit". "Um diesen Aufruf in die Tat umzusetzen, brauchen wir einen handlungsfähigen Staat, mehr Solidarität im Betrieb anstatt Lohndumping und Zweiklassen-Gesellschaft. Die gesetzliche Rente muss gestärkt werden, und Frauen brauchen mehr Gerechtigkeit auf dem Arbeitsmarkt."

Missbrauch verhindern


Forderungen, die der Geschäftsführer von "Arbeit und Leben Bayern", Herbert Schmid, mit einer mitreißenden Rede im Sportheim der Spielvereinigung vor zahlreichem Publikum bekräftigte. Mit tosendem Beifall wurde die Rede gewürdigt. Schmid rief dazu auf, zwischen den arbeitenden Menschen, den Generationen, Einheimischen und Flüchtlingen, Schwachen und Starken für mehr Solidarität zu demonstrieren. Er forderte Investitionen in Schulen, Kitas, Verkehrswege, Wohnungsbau sowie in mehr Personal im öffentlichen Dienst und der Polizei. "Der jetzige Zustand gefährdet den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Zukunftsfähigkeit unseres Landes." Gleicher Lohn für gleiche Arbeit - die Gewerkschaften wollen ein Gesetz, das Missbrauch wirksam verhindert, hob der Redner des Weiteren hervor.

Schmid ging auf die Panama-Papiere ein, die gezeigt hätten, dass nicht die Migranten, sondern die Elite aus Politik und Wirtschaft in einer Parallelgesellschaft leben, in der die Steuerflucht alljährlich auf 160 Milliarden Euro und die Kosten für Asylbewerber, die 2015 zu uns kamen, auf 10 Milliarden geschätzt werden. Der Redner unterstrich, dass der Frust im Land zunimmt, verbunden mit der Weigerung, an der Demokratie teilzunehmen. "Die geringen Wahlbeteiligungen sind dafür ein Signal. Das ist eine Warnung."

Barrierefrei ein Muss


Petra Schmidt, Vorsitzende des AWO-Ortsverbandes, forderte eine partnerschaftliche und vertrauensvolle Zusammenarbeit bei der Sozial- und Beschäftigungspolitik. Josef Kraus stellte für die KAB den Schutz des Sonntags in den Mittelpunkt, "denn Sonntagsschutz ist Freiheitsschutz". Christa Wolf, VdK, mahnte eine barrierefreie Gesellschaft an. "Es ist höchste Zeit, diese Forderung weitestgehend umzusetzen bei 7,5 Millionen Behinderter, die in Deutschland leben. Das Windischeschenbacher Rathaus, das seit einem Jahr barrierefrei ist, ist ein leuchtendes Beispiel." Die Tanzgruppe der Naturfreunde "Fire of Hearts" aus Weiden umrahmte die Kundgebung.

Internationaler MaibaumSeinen Beitrag zum "Tag der Arbeit" leistete auch das "Sozialbündnis Windischeschenbach", dem AWO, KAB, VdK und DGB angehören. Wie bereits in den vergangenen Jahren stellte das Bündnis am Sportheim einen "Internationalen Maibaum" auf, auf dem eine Reihe von aktuellen Entwicklungen dargestellt werden. So wird auf die vielfältigen Folgen, die durch Armut und Reichtum entstehen ebenso hingewiesen wie auf das Problem "Klimawandel" und Fluchtbewegung. Auch fehlt auf dem "Internationalen Maibaum" nicht der Hinweis auf die "Panama-Kassen". "Denn da läuft was schief."

Nicht zu übersehen war auch der Spruch "Kein Platz für Nazis. Gewerkschaften gegen Rechts". Die Parksteiner Trommelgruppe "Sambista" begleitete das Aufstellen des Maibaumes eindrucksvoll und lautstark. Organisator Manfred Haberzeth dankte Franz Benner, der den Baum gespendet hatte. (ab)
Der jetzige Zustand gefährdet den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Zukunftsfähigkeit unseres Landes.Herbert Schmid
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