Engagierte Tierschützerin kümmert sich um die verwaisten Miezen
Katzenjammer im Messiehaus

Neugierig blicken die drei Miezen in die Kamera von Rosita Martin. Die Katzen gehören zu den weniger scheuen, der Rest der mindestens 18 Tiere versteckt sich. Bild: privat
Vermischtes
Windischeschenbach
11.07.2016
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Rosita Martin betritt das Gebäude nur mit Mundschutz. "Anders lässt sich der Gestank nicht aushalten", seufzt sie. Seit ein paar Woche betreut sie die Katzen, die in dem verwahrlosten Haus leben.

Die Tiere gehörten einer Frau, die Ende Mai gestorben ist. Die knapp 60-Jährige hinterließ nicht nur eine alte, heruntergekommene Bruchbude, sondern jede Menge Katzen. "Mindestens 18", schätzt Rosita Martin, die sich seit Jahren für den Tierschutz engagiert. Da Martin in der Nähe von Windischeschenbach lebt, hat sie sich bereiterklärt, zu helfen.

Die schockierten und überforderten Hinterbliebenen hatten bei der Tierliebhaberin nachgefragt, was in dieser Situation zu tun sei. "Einfangen, kastrieren lassen und ein neues Zuhause suchen", lautete ihr Ratschlag. Doch das hörte sich leichter an, als es ist. Die Katzen kannten keine Fremden und lebten abgeschottet. "Die sind immer noch völlig durch den Wind", erzählt Martin.

Die Miezen können sich nur im Haus und im Hinterhof aufhalten. Das Grundstück zu verlassen, ist unmöglich. Rosita Martin schlug die Hände über dem Kopf zusammen, als sie sah, dass den Tieren nur ein einziges Katzenklo zur Verfügung stand. "Die haben natürlich überall hingemacht, deshalb auch der Gestank."

Zu Beginn gelang es, drei der Katzen in eine Lebendfalle zu locken. Sie haben bereits auf dem Gnadenhof "Mutig" in Burglengenfeld ein neues Zuhause gefunden. Doch das Zuschnappen der Falle und das Geschrei der gefangenen Katzen schreckte die anderen nur noch mehr.

Martin überlegte sich eine andere Strategie. Mit viel Liebe, Geduld und guten Worten versucht sie nun, zu den Tieren Vertrauen zu fassen. Täglich verbringt sie mehrere Stunden im Hinterhof des Hauses, stellt ihnen Futter und Wasser hin und spricht mit ihnen. "Ein paar kommen schon", freut sich die Helferin. "Wie viele Katzen sich im Haus noch versteckt halten, kann ich nicht genau sagen", zuckt die Tierliebhaberin mit den Schultern. Bei einem Streifzug durchs Haus entdeckte sie vergangene Woche mehrere Katzenmütter mit Babys. Eine der Mamas samt Nachwuchs wird bereits in Burglengenfeld versorgt. Die anderen sollen so schnell wie möglich folgen.

Rosita Martin hofft auf ein Happy End für ihre Schützlinge. Dass die Tiere von heute auf morgen keine Schmusekatzen werden, ist ihr klar. "Doch vielleicht finden sich ja Menschen, die sie aufnehmen wollen."

Tierschutzverein hilftDas Weidener Tierheim unterstützt Rosita Martin mit Futter und lässt die Katzen kastrieren, nachdem sie eingefangen sind.

Diese Möglichkeit hätte die Verstorbene auch schon vor ein paar Jahren in Anspruch nehmen können. "Es spricht nichts dagegen, wenn sich jemand drei bis vier Katzen hält", sagt Leiterin Jutta Böhm. Wichtig sei jedoch die Tiere rechtzeitig kastrieren zu lassen. Auch wenn jemand merkt, dass ihm die Situation über den Kopf wächst, kann er sich an den Tierschutzverein wenden. Das gilt auch für Angehörige, die mitbekommen, in welcher Bredouille sich ein Familiemitglied befindet. (mic)
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