Fachakademie jetzt dauerhaft
Staatliche Fachakademie für Sozialpädagogik in Neustadt entlässt die ersten 17 Absolventen

Michaela Steinmüller, rechts neben Landrat Andreas Meier, war die Größte beim Abschluss der Fachakademie: Sie schaffte ohne Abitur mit einem Notendurchschnitt von 1,20 die fachgebundene Hochschulreife, ebenso wie Kerstin Bösl-Lux (Dritte von links). Über die Leistungen beim Abschluss freuten sich Oberstudienrat Roland Kusche (Sechster von links) sowie Oberstudiendirektor Anton Dobmayer und MdL Petra Dettenhöfer (von rechts). Bild: bey
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Windischeschenbach
28.07.2016
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Drei Jahre nach ihrer Errichtung entlässt die Staatliche Fachakademie (FaKS) für Sozialpädagogik in Neustadt die ersten 17 Absolventen. Und noch etwas Erfreuliches gibt es zu berichten.

Neuhaus. Für die Abschlussfeier hatte sich die FaKS, die zum Staatlichen Beruflichen Schulzentrum (BSZ) auf dem Felixberg gehört, den Schafferhof ausgesucht. Michaela Steinmüller aus Weiden erlangte mit einem Notendurchschnitt von 1,2 die fachgebundene Hochschulreife, ohne vorher Abitur gemacht zu haben. Damit gehört sie nach den Worten von Oberstudienrat Roland Kusche, der die Schule betreut, zu den zwei bis drei Prozent der Studierenden in Bayern, die das geschafft haben.

Oberstudiendirektor Anton Dobmayer nannte die Staatliche Fachakademie für Sozialpädagogik das i-Tüpfelchen auf den vier bestehenden Säulen des BSZ. Und besonders erfreulich: Das Kultusministerium hat die bei der Einführung festgelegte Befristung auf drei Jahre aufgehoben. Das heißt: Die FaKS gibt es jetzt dauerhaft.

Dobmayer freute sich, dass die Landtagsabgeordnete Petra Dettenhöfer gekommen war. Sie habe sich für die Gründung der Schule zum 1. August 2013 stark eingesetzt, wofür sie Beifall des Kollegiums, der Studierenden und der Gäste erntete.

Soziales Gewissen


Als "Mentor der Fachakademie" habe auch der damalige Landrat Simon Wittmann seine Unterstützung mit eingebracht, anerkannte Dobmayer weiter. "Mit der Errichtung der Fachakademie leistet der Freistaat einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung des Erziehermangels und bietet insbesondere Absolventen der Berufsfachschule für Kinderpflege mit mittlerem Schulabschluss ein attraktives Weiterbildungsangebot", zitierte der Schulleiter aus dem Schreiben des Ministeriums. Dieses Angebot sei am 11. September 2013 von 21 Studierenden für Sozialpädagogik angenommen worden. Ausdrücklich lobte der Schulleiter die Bereitschaft örtlicher Einrichtungen, Studierende für Berufspraktika zu übernehmen.

Landrat Andreas Meier stellte heraus, dass er als Nachfolger Wittmanns gerne die Verantwortung für die Fachakademie übernommen habe. Bildung sei schließlich ein Markenzeichen des Landkreises. In ihrem Beruf gingen die Erzieher mit Kindern um, die am Anfang des Lebens stünden, die Anleitung und auch Freiraum bräuchten. Das "Herz für den Mitmenschen" sei bei einem Teil der Menschheit verlorengegangen, bedauerte der Landrat. Alle Absolventen der Fachakademie hätten ihren Beruf aus Überzeugung und einem sozialen Gewissen gewählt.

Richtige Entscheidung


MdL Dettenhöfer gab zu, Bedenken gehabt zu haben, als sie die Akademie durchzusetzen hatte. Doch die Abschlussfeier zeige die Richtigkeit. Jetzt hätten junge Menschen auch in der Heimat berufliche Perspektiven.

Oberstudienrat Roland Kusche sprach nachdenklich über eine ungewöhnliche Woche mit Terror und Angst und Verbreitung von Unsicherheit. "Die Welt ist aus den Fugen geraten." Die erlernten Grundlagen für die Erziehung müssten helfen, in dieser Welt zu leben. Es sei jetzt wichtig, wieder "Hoffnung zu leben" und Rückgrat zu zeigen.

Die BestenAls Jahresbeste wurden Michaela Steinmüller aus Weiden (Notendurchschnitt 1,20) und Kerstin Bösl-Lux aus Schönsee (Notendurchschnitt 1,20) mit dem Schulpreis geehrt. Neben Steinmüller hat auch Kerstin Bösl-Lux die fachgebundene Hochschulreife erlangt. Sie hatte vorher schon das Fachabitur gemacht. Luisa-Maria Bäumler aus Püchersreuth, Sarah Praschel aus Pfreimd und Markus Linsmeier aus Nabburg schafften 1,66 und erhielten einen Buchpreis. (bey)
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