Feuerwehr muss immer häufer Hornissen- oder Wespennester entfernen
Auch die Wespe chillt am Abend

Hornissen- und Wespennester lassen sich am besten am Abend aufspüren. Ausgerüstet mit Schutzanzug, Imkerhelm und Handschuhen untersucht Feuerwehrmann Andreas Forster den Rollokasten, in dem sich die Tiere verstecken. Bild: mic
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Windischeschenbach
20.08.2016
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Immer öfter muss die Feuerwehr ausrücken, um Hornissen- oder Wespennester zu entfernen. André Stessmann, Kommandant der Windischeschenbacher Wehr, zählt im vergangenen Jahren 25 Einsätze, heuer sind es bereits 20.

Erst vor kurzem bat das Freibad-Team um Hilfe, da sich Hornissen in der Holzverkleidung über dem Bademeisterbüro eingenistet hatten.

Dürfen Hornissennester einfach so entfernt werden?

André Stessmann: Nein, denn sie stehen unter Naturschutz. Der Betroffene muss sich mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamts in Verbindung setzen. Ein Mitarbeiter begutachtet die Situation vor Ort und entscheidet dann, was geschieht.

Wovon ist das weitere Handeln abhängig?

André Stessmann: An Orten wie dem Freibad ist die Gefahr groß, dass jemand, der allergisch ist, gestochen wird. Unter Umständen kann so ein Stich auch tödlich sein. Deshalb muss ein Nest an dieser Stelle unbedingt entfernt werden. Aber manchmal, wenn keine Gefahr droht, bleibt das Nest an Ort und Stelle.

Was geschah mit den Hornissen im Freibad?

André Stessmann: In diesem Fall mussten wir sie leider töten. Das geschieht mit einem Nervengift. Die Tiere sind dann von einer Sekunde auf die andere tot.

Und wenn sich das Nest umsetzen lässt?

André Stessmann: Dann packen wir es in einen Sack und fahren es in den Wald. Wir haben schon ein paar Stellen, wo wir die Tiere hinbringen können. Natürlich nicht direkt an einem Wanderweg, sondern ein bisschen abseits.

Wie schützt sich der Feuerwehrmann, der das Nest einpackt?

André Stessmann: Er trägt den Schutzanzug, feste Lederhandschuhe und einen Imkerhelm. Aber dennoch passiert es, dass man gestochen wird.

Haben Sie schon mal Stiche abbekommen?

André Stessmann: Ja, im vergangenen Jahr hat mich eine Wespe gleich zweimal gestochen.

Gab es früher auch schon so viele Hornissen- und Wespeneinsätze?

André Stessmann: Nein, es sind tatsächlich mehr geworden. Woran das liegt, kann ich nicht sagen.

Die Feuerwehr rückte vor wenigen Tagen erst um 21 Uhr zu einem Einsatz aus. Warum so spät?

André Stessmann: Die Tiere sind um diese Uhrzeit nicht mehr so aggressiv, sie sind einfach gechillter. Und außerdem kann man dann sicher sein, alle zu erwischen.
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