Flüchtlinge berichten im Pfarrheim über ihr Schicksal und ihre Zukunftspläne
Nachmittag ohne Berührungsängste

Freundschaftlich und locker gingen beim Begegnungsnachmittag in- und ausländische Gäste aufeinander zu. Bild: mlb

Mit etwa 50 Personen hatte das Organisationsteam des Begegnungsnachmittags gerechnet. Dass dann weit mehr kamen, überraschte am Ende nicht nur Martina Dobner und ihre Mitstreiter aus dem Pfarrgemeinderat von St. Emmeram und Heilig-Geist.

"Ich freue mich", begrüßte Pfarrer Hubert Bartel die etwa 100 in- und ausländischen Gäste. Auch Bürgermeister Karlheinz Budnik hieß alle herzlich willkommen.

Dass sich die Migranten trotz alledem im Stadtgebiet wohlfühlen, verdeutlichten sie bei ihrer anschließenden kurzen Vorstellung. "Ich mag alle Leute hier", versicherte Akram Hatam Muhamed, der mit seiner fünfköpfigen Familie vor neun Monaten aus dem Irak nach Deutschland gekommen war. "Sie sind meine neue Familie.. "Alles ist gut hier", bekräftigte auch Karim Nizamidin Haydari. "Nur die Sprache ist sehr, sehr schwierig."

Abitur und Studium


Dennoch erzählte der Jugendliche aus Afghanistan in bemerkenswert gutem Deutsch, dass er gerne das Abitur machen und im Anschluss studieren möchte. Auch seine sechs Mitbewohner in der Neuhauser Wohngruppe für unbegleitete Jugendliche arbeiten zielstrebig an ihrer Zukunft. Maba Kante aus Mali berichtet stolz von seinem Lehrvertrag bei der Firma Volante.

Der 18-jährige Yohans Hagog strebt eine Ausbildung zum Mechatroniker an. Dass er dafür nach knapp zwei Jahren in Deutschland ausreichend Sprachkenntnisse gesammelt hat, bewies der Jugendliche aus Eritrea durch seine Dolmetscherdienste während der Veranstaltung.

Viel Unterstützung


"Um ein Kind groß zu ziehen, braucht man ein ganzes Dorf", stellte Betreuerin Sonja Kaatz treffend fest. "Ich könnte meine Arbeit nicht leisten, ohne die Unterstützung, die uns von vielen Seiten entgegengebracht wird", so die Pädagogin. Sie lobte die herzliche Aufnahme, die den Jugendlichen im Stadtgebiet entgegengebracht werde. Der Kennenlern-Nachmittag stand unter dem Motto "Begegnung auf Augenhöhe".

Das gemeinsame Essen kurbelte die Völkerverständigung zusätzlich an. Dass Sport ohne große Worte verbindet, bewiesen die in- und ausländischen Kinder und Jugendlichen. Gemeinsam vergnügten sie sich in gemischten Mannschaften beim Fußballspiel vor dem Pfarrheim.
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