Fußmaler Günter Holzapfel eröffnet Ausstellung bei Kirchweih
Fuß gefasst im Leben

Der Fußmaler Günter Holzapfel (Mitte) erklärte den Besuchern der Kirchweih, wie er sein Leben mit Behinderung genießt. Er stellt im Haus Johannisthal seine Bilder aus. Bilder: hfz (2)

Selbstliebe ist wichtig für das Leben im Diesseits und im Jenseits. Das beste Beispiel dafür ist Fußmaler Günter Holzapfel. Das bewies er auch gleich bei der Kirchweih im Haus Johannisthal.

Johannisthal. Einen festlichen Gottesdienst feierten das Personal vom Haus Johannisthal und alle Besucher, die in der Kapelle Platz gefunden hatten. Musikalisch umrahmte die Messe der Zitherclub aus Erbendorf und der Männerchor aus Kastl bei Kemnath mit der Bauernmesse.

In seiner Predigt fragte Direktor Manfred Strigl: "Was muss ich tun um das ewige Leben zu gewinnen?" Er zitierte Charlie Chaplin und seinen Text "Als ich mich zu lieben begann". Selbstliebe sei wichtig, um das Leben hier und das ewige Leben zu gewinnen. Ein gutes Beispiel dafür sei der Fußmaler Günter Holzapfel.

In puncto Nächstenliebe stellte er den Holocaust-Überlebenden Elie Wiesel vor. Ihn würdigte US-Präsident Obama zu seinem Tod als Einen, der trotz seiner schrecklichen Erfahrungen nie das Vertrauen in die Menschlichkeit verloren habe. Strigl sagte, die Menschen sollten trotz aller Wunden, die das Leben bringt, an die Menschlichkeit glauben und sie leben.

Die Gottesliebe verkörperte Bud Spencer. Er war ein gläubiger Christ, der immerzu für das Festklammern an Gott plädierte. Am Schluss empfahl der Zelebrant nach dem Dichter Angelus Silesius "ein Auge der Seele für das Leben hier und ein Auge für die Ewigkeit" zu haben. Die Fürbitten lasen Angestellte des Hauses.

Bei der Ausstellungseröffnung erzählte Holzapfel berührend aus seinem Leben und von seiner positiven Sicht darauf. Er sagte selbst über sich: "Das Malen gibt meinem Leben Inhalt und Sinnerfüllung. Trotzdem habe ich noch viele Hobbys wie Reisen, an Gottesdiensten und kirchlichen und weltlichen Festen teilnehmen, mit dem Computer arbeiten, in froher Runde im Gasthaus weilen und noch viel mehr. Große Freude bereitet es mir aber auch, bei Malvorführungen den Mitmenschen zu zeigen, wie erfüllt und glücklich ein Leben als Behinderter sein kann."

Die bedeutendsten Ausstellungen hatte er in Fukuoka und Naha in Japan, in Haunsdorf in Australien sowie in vielen Städten Bayerns.

Während der Mittagszeit erfreute die Kirchweihbesucher die Band "Finbar and Friends" mit Leadsängerin Julia Benkhardt. Nach dem Mittagessen verschafften sich die Besucher bei den Schnupperkursen einen Überblick über Achtsamkeitsübungen, meditative Tänze, Enneagramm, Trommelbau, Singen, Resilienz, Sinnsuche und Handauflegen. Ministranten der Pfarreiengemeinschaft betreuten die Spielstraße für Kinder. Bei Kuchen und Kücheln verbrachten die Besucher den Nachmittag gemütlich. Abschließend lud Direktor Manfred Strigl mit stellvertretendem Leiter Alfred Kick zum Abendlob in die Kapelle.
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