Gabi Punzmann ist Wirtin mit Leib und Seele
Das A und O ist die Wurst

"Teicher"-Wirtin Gaby Punzmann (von links) sorgt mit Hilfe von Tante Rita Schaumberger, Stefanie Stubner, Michaela Eiszrich und Tante Traudl Punzmann dafür, dass kein Gast hungrig die Zoiglstube verlassen muss. Bild: ui
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Windischeschenbach
21.03.2016
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Bevor sie mit 17 Jahren ihren späteren Ehemann Jürgen kennenlernte, wusste Gabi Punzmann überhaupt nicht, was Zoigl ist. Heute ist sie Wirtin mit Leib und Seele und engagiert sich bei der Schutzgemeinschaft "Echter Zoigl vom Kommunbrauer" als Kassiererin.

Neuhaus. "Ich war noch nicht lang da und habe mitgeholfen", erinnert sich die gebürtige Weidenerin an die Zeit, als das junge Paar im Haus der Schwiegereltern eingezogen war. "Du bist in der Familie drin und hilfst mit. Wenn man dort wohnt, langt man einfach zu." Die ehemaligen Zimmer der beiden beherbergen heute die Ferienwohnung. Direkt aus der erweiterten Zoiglstube führt die Treppe ins Appartement.

Alle drei Geschwister von Gabi finanzierten ihr Studium mit Jobs in der Gastronomie. "Ich hatte als einzige keine Erfahrung mit einem Wirtshaus." Doch die Arbeit in der Küche macht der 38-Jährigen ebenso Spaß wie das Wursten mit Jürgens Onkel Peter Punzmann. "Das A und O bei uns ist, dass wir die Wurst selber machen." Speck- und Streichwurst, Geräuchertes und feine Mettwurst gibt es auch zum Mitnehmen.

Schlachten verboten


"Beim Zoigl geht etwa ein Schwein weg." Mal sei es mehr und mal weniger Wurst, die die Gäste verzehren. So genau könne sie das nicht sagen, meint Gabi Punzmann. Schlachten dürfe man seit einigen Jahren nicht mehr selbst. "Das ist schade, aber eine Arbeitserleichterung", gewinnt die gelernte Zahnarzthelferin dem Verbot positive Seiten ab. Trotz Zoiglwochenenden und diversen Feiern in der Zoiglstube unter der Woche ist die zweifache Mutter in Teilzeit bei einem Zahnarzt in Pirk angestellt.

Dass der Laden beim "Teicher" läuft, dazu helfen Ehemann Jürgen, die Schwiegereltern Renate und Otto sowie weitere Familienangehörige und einige Bedienungen. "Opa ist immer noch fürs Bier zuständig." Der 67-Jährige Altwirt, der die Stube vor sieben Jahren übergeben hat, braut den "Teicher"-Zoigl. Die Juniorwirtin ist froh über die große Unterstützung der Schwiegereltern. "Sie helfen viel, mischen sich unter die Gäste und sind für jeden da."

"Die Arbeit ist mir noch nicht über den Kopf gewachsen. Mich stört es nicht, wenn mal jemand länger sitzt, da setze mich gerne am Ende dazu und plaudere mit", sagt Gabi. Anders sei es mit dem Tag der Kommunbrauer. "Den 3. Oktober möchte ich nur einmal im Jahr erleben." Der Ansturm an diesem Tag sei eine große Herausforderung und viel Aufwand für einen kleinen Familienbetrieb.

Eifrige Zoiglgängerin


"Ich gehe selbst gern zu Anderen zum Zoigl und in den anderen Ortschaften zu den echten Kommunbrauern", bekennt die Mutter von Moritz (15) und Anna (19). Sie mache das fast häufiger als Ehemann Jürgen. "Ich fahre mit Freundinnen hin und freue mich, wenn andere Zoiglwirte zu uns kommen." In der Schutzgemeinschaft gebe es einen tollen Zusammenhalt, urteilt deren Kassenverwalterin. Ziel sei es immer noch, den Zoigl als Marke zu schützen.

Den "Teicher" besuchen ganz viele Stammgäste, die schon bei Oma und Opa Bier, Brotzeiten und Geselligkeit genossen. "Manchmal macht man sich Gedanken, ob was ist, wenn sie nicht kommen."

Von 9 bis gegen 1 oder 2 Uhr ist Gabi an den Zoigltagen im Einsatz. "Vier Tage schaffe ich das locker", lacht die 38-Jährige. "Am Wochenende darauf ist Regeneration angesagt." Noch sei ein Tag ausreichend. Im Sommer geht sie laufen. "Das brauche ich schon und außerdem so Sachen wie das Singen im evangelischen Kirchenchor als Ausgleich zur Arbeit."
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