Geburtstag im Kinderhaus St.Elisabeth
Ein Jubiläum und viel Neues

Ein Bild aus alten Zeiten. 1966 hatten die Deutschordensschwestern die Beger-Villa gekauft, um darin ein Säuglingsheim einzurichten. Seitdem hat sich auf dem Gelände einiges verändert. Bild: hfz
Vermischtes
Windischeschenbach
02.06.2016
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Die Leiterinnen Hannelore Haberzett und Elke Bauer laden heute und am Sonntag zu einer besonderen Feier ein: 50 Jahre Kinderhaus St. Elisabeth und die Segnung der neuen Wohngruppe St. Benedikt stehen dabei im Mittelpunkt.

Die Wurzeln des Kinderheims gehen zurück ins Jahr 1966, als die Deutschordensschwestern die sogenannte Beger-Villa gekauft haben, um ein Säuglingsheim einzurichten. Die Schwestern kümmerten sich am Anfang speziell um Babys mit Behinderung und Pflegebedürftige dieser Altersstufe. Eine erste Krippe für etwas größere Kinder folgte. Es entstanden auch Gruppenhäuser. 38 Jahre lang war der Deutsche Orden Träger, vor zwölf Jahren hat die KJF (Katholische Jugendfürsorge der Diözese Regensburg) das Haus übernommen.

In den 70er Jahren änderte sich die Heimpädagogik: weg von den Schlafsälen hin zu familienähnlichen Wohngruppen, in denen jeweils eine Ordensschwester mit den Kindern wohnte, unterstützt von einer weltlichen Mitarbeiterin.

Der Kindergarten, zunächst als interne Einrichtung gedacht, nahm ab 1980 auch Mädchen und Buben von außerhalb auf. Weitere Gebäude entstanden, weil erhöhter Bedarf vorlag. In Zusammenarbeit mit den Jugendämtern entstand das "Betreute Wohnen", das ältere Jugendliche nach Verlassen des Heims unterstützt. Die SVE (Schulvorbereitende Einrichtung), das Haus in der Schillerstraße, das zur Verselbstständigung von Jugendlichen gedacht war, und die Wohngruppe für Mädchen am Kirchensteig in Neuhaus kamen hinzu.

2004 Trägerwechsel


Zum Haus gehören auch die heilpädagogischen Tagesstätten in Grafenwöhr, Neustadt und Weiden und die SVE am Förderzentrum Neustadt. Ein Einschnitt war 1999 die Umwandlung in eine GmbH. St. Elisabeth bekam einen Geschäftsführer. 2004 folgte die Übergabe an die Katholische Jugendfürsorge (KJF). Als weitere Einrichtungen starteten im gleichen Jahr die ambulante Jugendhilfe und die Schulbegleitung, später auch der "Begleitete Umgang".

Seit 2007 gibt es auf dem Gelände des Kinderheims eine Wohngruppe für erwachsene Menschen mit geistiger Behinderung, zugehörig zur Organisationseinheit St. Benedikt in Mitterteich. Seit März leben zwei Gruppen mit 24 Personen in dem sanierten, ehemaligen Schwesternwohnheim. Das Gebäude war zuvor komplett umgebaut worden. "Wir haben im Haus St. Elisabeth Inklusion schon gelebt, als dieser Begriff weitgehend unbekannt und noch lange nicht in aller Munde war", erzählt Hannelore Haberzett mit berechtigtem Stolz. Man habe Säuglinge, Kinder und Jugendliche aller Altersstufen sowie Erwachsene bis zu den Senioren (bei den Gruppen St. Benedikt) betreut.

Junge Flüchtlinge


Menschen mit und ohne Behinderung lebten unter dem Dach des Hauses, aber auch Menschen aller Nationen gehörten zum und ins Haus, aktuell beispielsweise die unbegleiteten jugendlichen Flüchtlinge in der Stützelvilla, die betreut werden. Gut in Erinnerung sind den Windischeschenbachern auch noch Ordensfrauen aus Nigera, die "blauen Schwestern" im farbigen Ordenskleid, die im Haus für mehrere Monate eine Heimat fanden.

Neben dem stetigen Wandel gibt es auch Konstante. So gehören seit jeher Tiere zum Haus. Waren das früher sogar ein Pferd, ein Esel, mehr oder weniger streitlustige Gänse oder ein Pfau, sind die vertretenen Arten inzwischen etwas kleiner und harmloser geworden: In einem Gehege wohnen 12 Ziegen, und seit kurzem gibt es auch einen Probelauf mit 10 Hühnern. Da Tiere als pädagogisch wertvoll eingeschätzt werden, bringen gelegentlich Erzieher auch ihre Hunde mit zu Besuch.

Am Wochenende werden nun das 50-jährige Jubiläum und die Sanierung des Wohnheims gefeiert. Das ehemalige Schwesternhaus wurde komplett saniert. Durch die neue Straße (Riegelsteinstraße, vom "Nussberg" her) ist ein barrierefreier Zugang zum Haus und zur ebenfalls renovierten Kapelle möglich. Außerdem sind Parkplätze entstanden.

Am Freitag steht der offizielle Teil von Jubiläum und Einweihung mit geladenen Gästen auf dem Programm. Am Sonntag ist die Bevölkerung zum Gottesdienst und Tag der offenen Tür eingeladen.

Tag der offenen TürDas Haus St. Elisabeth und die Wohngemeinschaft St. Benedikt laden am Sonntag, 5. Juni, zum Tag der offenen Tür ein. Beginn ist um 10.30 Uhr mit einem Gottesdienst in der renovierten Kapelle. Danach ist Gelegenheit, Mittag zu essen. Nachmittags gibt es Kaffee und Kuchen. Für Kinder ist ein kleines Programm vorbereitet. (wrt)
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