Hofer OB am Schafferhof
Vorbild für Staatsmänner

Zwei, die trotz der ein oder anderen Gehässigkeit, gut miteinander können: Der Hofer Oberbürgermeister Dr. Harald Fichtner (Zweiter von rechts) und "Feierwehr"-Kommandant Norbert Neugirg (Vierter von links) trafen im Hauptquartier Schafferhof zusammen. Bild: bgm
Vermischtes
Windischeschenbach
11.05.2016
552
0

Manch Politiker meint, gleich mit der Keule des Strafrechts schwingen zu müssen, wenn ihm unliebsame Satiriker zu nahe treten. Nicht so der Hofer Oberbürgermeister Dr. Harald Fichtner. Er hat viel eleganter auf die Vorhaltungen der "Altneihauser" reagiert.

Neuhaus. "Und Hof, wo alle Wege enden, wo sie die D-Mark noch verwenden, und bis heute Lebensmittelspenden und Päckchen in die DDR versenden", hatte Norbert Neugirg bei seiner Analyse der fränkischen Regionen beim Fasching in Veitshöchheim gereimt. Prompt fasste das der Hofer Rathauschef unter dem Motto "In ist, wer drin ist" als Kompliment auf und revanchierte sich mit einem Päckchen Lebensmittelspende bei der "Altneihauser Feuerwehr".

Zoiglbrotzeit


Neugirg und seine Mannen fanden darin original Hofer Rindfleischwurst, eine Spezialität, die ob ihrer weichen Konsistenz - so hieß es in dem Begleitschreiben - auch "bestens für den Verzehr durch Zahnlückenträger geeignet" sei. "Feierwehr"-Kommandant Neugirg, der sich über die pfiffige Reaktion freute, lud den Oberfranken nebst Familie zur Zoiglbrotzeit am Schafferhof ein. Der promovierte Jurist kam mit Ehefrau Teresa und Sohn Justus auf dem Rückweg vom Halbmarathon in Regensburg in die Zoiglhauptstadt. Übrigens lasse sich trotz der vermeintlich kurzen Wege in Hof prima für Langstreckenläufe trainieren. Den Park- und Seelauf um den Untreusee empfiehlt der seit 2006 amtierende Oberbürgermeister als Geheimtipp.

Am Schafferhof lässt sich der passionierte Sportler in der geselligen Runde einiger "Feierwehrkapell'n"-Angehöriger eine Zoiglbrotzeit schmecken und sich durch das Hauptquartier der "Altneihauser" führen. "Ich will die Pfälzer Kultur kennenlernen", sagt er mit einem breiten Grinsen. Das Zusammentreffen der beiden "Brieffreunde" läuft indes ganz harmonisch ab. Vom Rückhalt unter den Gästen, den Neugirg im Einladungsschreiben angekündigt hatte und der den Gast bei Auseinandersetzungen gewiss den Kürzeren ziehen lassen würde, müssen die schelmischen Musikanten keinen Gebrauch machen.

Neugirg nach Hof


Die Gegeneinladung ist überdies auch schon ausgesprochen. Harald Fichtner wird eine Abordnung der "Altneihauser" beim Hofer Schlappentag am 23. Mai begrüßen. Neugirg hat auch dafür schon in Briefform vorgelegt. "Wer infiziertes Starkbier mag, der kommt zum Hofer Schlappentag. An diesem Tag, seit alter Zeit, frönt ganz Hof der Trunkenheit und ersäuft im Kollektiv sein angebor'nes Stimmungstief." Diese Zeilen haben den Hofer OB dazu veranlasst, einen Dichterwettstreit für ein Gegengedicht auszurufen. Neugirg, der wisse, "welch enormer Anstrengung es bedarf, einen Oberfranken zum Nachdenken zu bringen" spendiert für den Gewinner sein neues Buch "Tusch eineinhalbmal".

Vielleicht zieht die "Auseinandersetzung" der beiden Kontrahenten ja irgendwann noch so weite Kreise, dass auch höherrangige Politiker zu der Einsicht kommen, "dass man vieles besser mit einem Augenzwinkern und nicht mit dem oft allzu gegenwärtigen Bierernst betrachtet", wie Fichtner in einem Brief formulierte.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.