Hubert Treml verzückt am Schafferhof mit romantischer Mundart
Liebe auf Oberpfälzisch

Franz Schuier, Hubert Treml und Sebastian Wurzer (von links) gestanden dem Schafferhof-Publikum ihre Liebe auf oberpfälzisch. Bild: gge
Vermischtes
Windischeschenbach
19.02.2016
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Neuhaus. Da war wohl ein ganzer Fanclub mit angereist zum Schafferhof. Hubert Treml musste nur einen Refrain ankündigen, schon sangen viele mit. Er zeigte sein Talent als Entertainer. Zusammen mit Franz Schuier am Piano und - ganz neu - Sebastian Wurzer an Saxophon und Klarinette präsentierte Treml sein "Du kannst mi gern hom"-Programm, was auch der Titel eines seiner Bücher ist. Passend zum Thema hatte er Kärtchen dabei, die er bei jedem Konzert einsammelte: "Liebeserklärungen auf oberpfälzisch".

Zu Herzen gehend, aber auch etwas schräg und hintersinnig. Denn außer dem obligatorischen "I mog di", vielleicht noch mit der Ergänzung "wäi d'Sau", standen da Sätze wie "Du taugst ma ins Kraut ei", "I mooch di mehr als mei Motorradl" oder, wenn die Beziehung schon älter ist, "Schöi hast as Bad 'putzt" bis zu "Geh her du alter Zipfl". Sehr innig sollte wohl auch "wegen dir dad i sogar nach Frankn zäign" klingen. Dass es ein vergnüglicher Abend wurde, bedarf keiner weiteren Erklärung. Das erste Lied war aus seinem Bruce-Springsteen-Programm. "Es hoißt wöi im Oberpfälzischen: Feia - also Feuer". Sofort sangen und schnipsten die Zuhörer mit. Das interaktive Programm ging weiter mit "Rattazackarattazacka" - der geklatschten Einleitung zu einem flotten Boogie, natürlich in Mundart: "O Moidl i mooch di so". Überhaupt war die Kommunikation von der Bühne herunter durchgehend deftig mundartlich. Manchmal kam der Lehrer hervor, wenn er das Publikum nachsprechen ließ "I mooch di - i mooch di fei" und "I mooch di fei narrisch". Dazwischen Lieder wie über das schöne "Annamirl beim Stodldouadirl". Dabei wurde genau erklärt was ein Stodldouadirl ist.

Abstruse Zusammenhänge, poetische Gedanken, auf die man nicht gleich kommt, beschreiben einige seiner Lieder, etwa das vom "Pferdl in da Schweiz". Traurig romantisch dagegen sein "Moidl as Pentling", das er sich erst im Bus nicht anzusprechen traut und dann, als er endlich seinen Mut zusammen nimmt, nie mehr trifft. Der Beatles-Klassiker "when I'm 64" heißt bei Treml-Schuier "Wenn i 64 bin", mit gelungen authentischer Einleitung durch Sebastian Wurzer an der Klarinette. Auch dieses Mal verteilte Treml in der Pause rosa Kärtchen und kam mit neuen, teils seltsamen Liebeserklärungen zurück auf die Bühne. "Willst du amal die Fernbedienung hom?" oder "Schöi, dasst es aushaltst mit mir" ließen sogar das Publikum romantisch seufzen, weil jeder Oberpfälzer die Botschaft darin verstand.

Das Nonplusultra seiner Liebe gab Treml gegen Ende bekannt: die "selbergmachte Erdbeermamalaad". Und wie begonnen, so legte er noch einen Springsteen-Klassiker nach, wobei das Publikum als "Gruppe A" den Hintergrundchor "aaa-aah-aah" und "Gruppe B" den Refrain "Jeder vo uns hat a hungrigs Herz" mitsang. Lautstarker Beifall und Zugaben zeugten von der Begeisterung für die Oberpfälzer auf der Bühne, die diese nicht ohne den Hinweis auf den Mundart-Märchenabend "I spinn" in Störnstein am 5. März verließen.
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