Internet-Stars begeistern Schafferhof-Gäste
"Nimma" statt Pitbulls "Timber"

Gott sei Dank "DeSchoWieda". Tobias Reinhard Loechle, Max Josef Kronseder, Felix Ranft und Johannes Benedikt Loechle (von links) waren in der Schafferhof-Tenne in ihrem Element. Mit ihrer Art der Volksmusik waren sie in der Oberpfalz gerngesehene Gäste. Bild: fvo
Vermischtes
Windischeschenbach
16.02.2016
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"Ausverkauft" war für das Gastspiel der Erdinger Band "DeSchoWieda" zu lesen. Niemand sonst könnte besser in die Schafferhof-Tenne passen. Warum?

Neuhaus. Die Antwort gaben die Musiker auf der Bühne. Sie sind so wie der Zoiglhof: urig, dynamisch und bayerisch-jung - mit einem modernen Innenleben. In Neuhaus fiel der Startschuss für die Easy-Rider-Tournee, mit der "DeSchoWieda" in 23 Städten wie München, Nürnberg, Ingolstadt oder auch Augsburg Station machen. Drei Konzerte geben die Musiker zusätzlich in Österreich. Die jungen Künstler begeisterten das Publikum mit ihrer trendigen Art.

Sie brachten zusätzlich den Vollblutschlagzeuger Felix Ranft mit. Er lag voll auf ihrer Linie, gab auch mal mit zwei Löffeln perfekt den Takt an und war weit mehr als nur trommelndes Beiwerk des Trios. Beim Auftritt von Johannes Benedikt Loechle (Tuba, Trompete und Geige), seines Bruders Tobias Reinhard (Steirische und Kontrabass) und Max Josef Kronseder (Gesang und Gitarre) schwappte die "neue bayerische Welle" direkt in die Oberpfalz.

Statt "Timber" "Nimma"


Viele junge Oberpfälzer mit rot-, blau- oder grün-weiß karierten Hemden und fesche junge Moidla, teilweise im Dirndl, warteten ungeduldig auf den Auftritt der Internet-Stars. Auf "Youtube" hatten sie Pitbulls "Timber" gecovert. Das Ergebnis mit dem Titel "Nimma" gaben sie in Neuhaus zur Freude der vielen Fans zum Besten. Erstaunlich war, mit welcher Textsicherheit die Konzertbesucher die bayerische Coverversion mitsangen. "DeSchoWieda", stöhnte am Schafferhof niemand. Mit ihrer Volksmusiksession eroberten die Musiker die Herzen. Ihre eigenwilligen Geschichten erzählten sie frech in Mundart - teils als Cover eines erfolgreichen Hits, teils in Eigenkompositionen.

Schnell merkten die Besucher, dass die Band kein Programm abspult, sondern mit Spaß am Werk ist. Der Einstieg in den Abend gelang mit dem Song "Schöns Weda". Die Ladies in der ersten Reihe stimmten spätestens beim "Da kummt da Schuahplattla" in die Songs ein. "Mädels, schnappt euch einen Burschen", forderte Kronseder und versprach, für ein spontanes Tänzchen vor der Bühne eine ihrer neuen CDs zu spendieren. Drei Paare trauten sich zum Song "Scheiß da nix".

Meghan Trainors "All about that Bass" übersetzen die vier Musiker in "Die Liebe, de is groß" und "Blurred Lines" von Robin Thicke hieß in der Mundartversion "Mei Madl". Ohne Pause spielte das Ensemble, pfiff beim schlecht gelaunten "Da Grantler" fröhlich auf der Bühne und stellten lapidar fest: "Da Grantler braucht a Watschn für sei blöd's G'schau." Beim besagten "Nimma" liefen die Zuhörer zur Höchstform auf. In der Tenne brodelte es.

"Habedere" Oberpfalz


Obwohl sie schon 19 Songs zum Besten gegeben hatten, ließ sich das sichtlich amüsierte Quartett nicht lange um Zugaben bitten. Mit "Lach amoi", bei "der Mare, die die einzige Wahre ist", tauschte Johannes Loechle nochmal seine Tuba gegen die Geige und spielte, dass seine herabhängenden Hosenträger nur so schnalzten. "Habedere" war schließlich der Rausschmeißer für diesen unverfälschten und lässigen Abend. "DeSchoWieda" dürfen gerne mal wieder kommen.
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