Jazz-Trio begeistert am Schafferhof in Neuhaus
Latin-Feuerwerk beim Zoigl

Schlagzeuger Robby Ameen (links), Marco Kühnl (rechts, Kontrabass, E-Bass) und Konstantin Kostov (Piano, Keyboard) erfreuten das Publikum mit ihrer Jazz-Musik. Bild: gge

Neuhaus. Die sechs Hände auf der Bühne erzeugten nicht nur rasend schnelle Rhythmen, sondern auch Staunen und Bewunderung im Publikum. Drei Musiker ließen den Schafferhof erbeben.

Faszinierend an diesem Konzert war nicht nur, dass Robby Ameen - ein herausragender Schlagzeuger aus New York - und die Musiker Marco Kühnl (Kontrabass, E-Bass) und Konstantin Kostov (Piano, Keyboard) erst zwei Wochen vor dem Auftritt die Noten erhalten und sich erst am Tag des Auftrittes zum ersten Mal getroffen hatten. Die drei spielten zusammen, als wären sie schon immer eine Band.

Einsätze, Rhythmen, selbst die unglaubliche Geschwindigkeit der Stücke, meist in Latin Jazz oder Fusion, zeigte die Klasse und Professionalität der Musiker. Kostov stammt aus Bulgarien und ist Dozent für Jazzpiano an der Musikhochschule München, Kühnl an der Musication-Berufsfachschule für Musik in Nürnberg. "I am here for the fourth time - das vierte Mal", begrüßte Ameen das Publikum. "At this wonderful place of the Zoigl", fügte er grinsend hinzu. Jazzig, extrovertiert und gefühlvoll wechselten die Stücke, die zum Teil von Ameens neuer CD "Days in the Night" stammten. "Up jumped Spring" oder "Crowded Hour", "Una Muy Anita" oder "Al Jazz Era (Wortspiel für Al Jazeera): Ameens Musik drückte sowohl Power als auch Nachdenklichkeit aus.

Mit einem Bogen aus Spannung und Entspannung, aus Aggressivität und sanften Tönen forderte er sein Publikum. Dabei kennt er nicht nur Jazz- und Rockfestivals in Europa, Japan und den USA, oder die Großen des Jazz wie Paul Simon oder Dizzy Gillespie. Er erinnerte sich auch an Weiden und den "Club" in der Postgasse, als dieser noch existierte.

Mit forderndem Rhythmus ließ Ameen seinen Mitspielern auch nach der Pause wenig Zeit zum Verschnaufen. Konzentriert und trotzdem mit Leichtigkeit, Pianist Kostov sogar lächelnd, folgten Bass und Piano den Schlagzeugrhythmen.

Mit unbändiger Energie drosch Ameen bei "Footprints" auf sein Instrument ein. Bemerkenswert, wie die Musiker nach den Soli immer wieder zusammenfanden. Das Publikum, größtenteils Jazzkenner und -liebhaber, honorierte die Kunst der drei Solisten mit Beifall und "Zugabe"-Rufen.
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