Jeden zweiten Tag einen Einsatz
A 93 hält Feuerwehr auf Trab

"Viel zu schmal, um mit einem Feuerwehrauto durchzufahren", kritisiert Feuerwehrreferent Thomas Wilhelm das Verhalten der Verkehrsteilnehmer. Vor allem die Lkws und Autos auf der rechten Seiten hätten noch Platz gehabt, um eine ordnungsgemäße Rettungsgasse zu bilden. Bild: hfz
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Windischeschenbach
14.07.2016
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Rein rechnerisch rücken die Feuerwehren der Stadt jeden zweiten Tag aus. 2015 weist die Statistik 193 Einsätze aus. 2014 waren es noch 156.

Feuerwehrreferent Thomas Wilhelm erläuterte am Mittwoch die Zahlen dem Stadtrat. "Am häufigsten sind die Wehren zu technischen Hilfeleistungen gerufen worden", erklärte er. 131-mal war dies 2015 der Fall. Deren Hauptanteil übernahm die Windischeschenbacher Wehr mit 83 Einsätzen, Neuhaus folgt mit 44. Der Rest teilt sich auf Bernstein (4), Dietersdorf (3) und Naabdemenreuth (1) auf.

Fünf Fehlalarmierungen


Diese Zunahme sei auf das vermehrte Verkehrsaufkommen auf der A 93 zurückzuführen. "Deshalb hatte Neuhaus mit insgesamt 66 Einsätzen so viel zu tun wie nie zuvor." Auch eine kleine Brandserie hielt die Aktiven der Stadt im vergangenen Jahr auf Trab. Dazu zählten brennende Container, ein Bienenhaus und die Hütte im Wald. Ein Fehlalarm kann vorkommen, doch gleich fünf falsche Alarmierungen in einem Jahr geben zu denken. Und immer traf es die Feuerwehr Neuhaus. "Das ist sehr ungewöhnlich", sagte Wilhelm. Er führt dies auf die Nähe zur Autobahn zurück. "Die Leute beobachten etwas im Vorbeifahren, glauben einen Brand zu sehen." Dennoch ist er der Meinung, dass es besser sei, lieber einmal mehr auszurücken als einmal zu wenig.

Der Feuerwehrreferent erläuterte kurz die Einnahmen. 24 497 Euro gingen 2015 auf das Konto. "Doch man muss bedenken, dass hinter all diesen Zahlen auch ein Unfallgeschehen steckt." In den vergangenen Jahren habe es auch Ausgaben gegeben, wie etwas für den Digitalfunk oder neue Feuerwehrhelme.

Um dem Gremium nicht nur nackte Zahlen vorzusetzen, hatte Wilhelm einige Fotos vorbereitet. Immer wieder kam es vor, dass auf der Autobahn Autos ausgebrannt sind, darunter auch nagelneue Fahrzeuge. Große Geistesgegenwart habe ein Fahrer bewiesen, als er sein schon brennendes Auto vorbei an den Zapfsäulen am Autohof Bergler auf den Parkplatz gelenkt hat. "Niemand möchte sich vorstellen, was hätte passieren können, wenn er oben an der Tankstelle stehengeblieben wäre."

Gerade noch rechtzeitig habe ein brennender Lkw gelöscht werden können, der kurz nach der Ausfahrt der Autobahnraststätte auf der A 93 zum stehen kam. "Hätten wir nicht rechtzeitig handeln können, wäre der Lkw in die Luft geflogen." Ein weiterer Unfallschwerpunkt sei die Staatsstraße im Bereich der Autobahnzufahrt. Warum es hier immer wieder kracht, steht in den Sternen.

Links und rechts ranfahren


Ein großes Anliegen ist dem engagierten Feuerwehrler die Rettungsgasse. Wenn alle Verkehrsteilnehmer links und rechts an den Straßenrand fahren würden, hätten die Rettungskräfte kein Problem. "Das Bild entstand im August 2015, als wir zu dem brennenden Lkw unterwegs waren", erklärte Wilhelm.

Frauen zur Feuerwehr


Mit dem Slogan "Frauen zur Feuerwehr" wirbt derzeit der Feuerwehrverband Bayern. Als Thomas Wilhelm bei seinem Power-Point-Vortrag im Rathaus das dazugehörige Werbefoto anklickte, konnten sich die meisten im Stadtrat das Grinsen nicht verkneifen. Nicht die Feuerwehrfrau an sich sorgte für Erheiterung, sondern der Umstand, dass die Neuhauser Feuerwehr immer noch stolz darauf ist, so ganz ohne weiblichem Beistand auszukommen. Neuhauserinnen, die sich der Feuerwehr anschließen wollen, gehen nach Dietersdorf oder Windischeschenbach. Wilhelm, nicht nur Feuerwehrreferent der Stadt, sondern auch stellvertretender Kommandant der Neuhauser Wehr, nahm den Spott der Kollegen gelassen und sah lächelnd darüber hinweg. Wer weiß, was die Zukunft bringt?

Am häufigsten sind die Wehren zu technischen Hilfeleistungen gerufen worden.Feuerwehrreferent Thomas Wilhelm
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