Jugendarmut in Deutschland
Stefan Wissel fordert: Mehr katholische Bissfähigkeit

"Wenn ein Kind einmal arm ist, bleibt es zu 90 Prozent ein Leben lang arm." Zitat: Diözesanpräses Stefan Wissel

Mit "Jugendarmut in Deutschland" beschäftigte sich Diözesanpräses Stefan Wissel in seinem Vortrag bei der Kolpingfamilie Windischeschenbach. Zuvor trafen sich die Mitglieder zum Gottesdienst für den verstorbenen geistlichen Leiter Helmut Nürnberger.

Wissel ging auch auf "Jugendwohnen im Kolpinghaus Regensburg" ein. Der Referent zeigte anhand verschiedener Erhebungen, dass Kinder- und Jugendarmut im eigentlich so reichen Deutschland ein ernst zu nehmendes Thema sei.

In Städten stelle sie jedoch ein wesentlich größeres Problem dar. Im Landkreis Neustadt sind nach einer Statistik 6,1 Prozent der Kinder armutsgefährdet, in der Stadt Weiden jedoch 20.4 Prozent.

Betroffen machte die Zuhörer die Aussage: "Wenn ein Kind einmal arm ist, bleibt es zu 90 Prozent ein Leben lang arm." Auch die Kirche stehe in diesem Zusammenhang in der Verantwortung. Wissel meinte: "Wir brauchen wieder mehr katholische Bissfähigkeit."

Immer wieder nahm Wissel Bezug auf Vater Kolping, der mit persönlichem Einsatz die miserable Situation der jugendlichen Gesellen in der Mitte des 19. Jahrhunderts zu lindern versuchte. Er schilderte auch den Einsatz des Kolpingwerkes in der Diözese. Im neu sanierten Teil des Kolpinghauses in Regensburg wohnen zurzeit 105 Jugendliche, darunter auch unbegleitete Flüchtlinge, die von fünf hauptamtlichen pädagogischen Fachkräften betreut werden.

Seit über 40 Jahren sei das Kolping-Bildungswerk eine der großen Bildungseinrichtungen in Ostbayern, wozu auch die Kolping-Berufshilfe in Tirschenreuth gehöre. Besonders wies Wissel auf das Kolping Ferienhaus Lambach hin, dessen Kernauftrag die Förderung von Familienerholung und Familienbildung sei. Das Haus stehe besonders Familien offen.

Wenn ein Kind einmal arm ist, bleibt es zu 90 Prozent ein Leben lang arm.Diözesanpräses Stefan Wissel
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