Kälte macht Sponsorenschwimmer nichts aus
12 Grad Celsius, na und?

Zum Glück ging den Pfadfindern das Wasser bis zum Hals, denn im Becken war es mit 26 Grad doppelt so warm wie an Land. Bilder: mic (2)

Bademeister Horst Lindner steckte den Heizlüfter an. 14 Grad zeigte das Thermometer am Morgen in seiner Aufsichtskabine an. "Viel zu kalt", sagte er fröstelnd. Dennoch tummelten sich am Samstag kurz nach 9 Uhr etliche Schwimmer im Wasser und zogen eine Bahn nach der anderen.

Der Freibadförderverein hatte vor einigen Monaten den 20. Juni für das Sponsorenschwimmen festgelegt. Keiner konnte damals ahnen, dass an diesem Tag die Temperaturen nicht über die 15-Grad-Marke klettern würden. "Besseres Wetter wäre natürlich schöner gewesen", seufzte Vorsitzende Aurelia Zimmermann.

Warmes Wasser

Die Pfadfinder zählten zu den Ersten, die am Samstag in Bikini und Badehose schlüpften. Die Truppe ließ sich von der Schafskälte nicht schrecken. "Im Wasser ist's schön warm", schwärmte Florian Sperber. Bei 12 Grad Lufttemperatur fühlten sich die 26 Grad im Becken fast so angenehm an wie das Plantschen in der Badewanne. Auch Markus Weidner, Heinz Uhl und Brigitte Kreinhöfner von der CSU zogen eine Bahn nach der anderen, ohne zu bibbern.

Einem Team gehörten drei Schwimmer an, die abwechselnd versuchten, in einer Stunden so viele Bahnen wie möglich zu schaffen. Für eine Bahn zahlte ein Sponsor einen Euro. Bereits 2014 hatte zweiter Vorsitzender Joe Hartmann gedacht, das Ergebnis sei nicht zu toppen. 1911 Bahnen waren im Vorjahr zusammengekommen. Als er am Abend die Zahlen addierte, staunte er nicht schlecht über 2220 Bahnen. Die Kälte schien die Teilnehmer regelrecht beflügelt zu haben. Wer aus dem Wasser kam, schnappte sich schnell sein Handtuch oder einen Bademantel und flitzte unter die heiße Dusche. Für Wärme von innen kredenzte Marion Zetzl im Kiosk Gyrossuppe. Danach schmeckte den meisten sogar das Gläschen Prosecco, das Gerlinde Schedl jedem Schwimmer an dem Stehtischchen unterm Heizpilz anbot. "Käck'n"-Wirt Matthias Schönberger hatte Zoigl mitgebracht. "Erlaubtes Doping", grinste er.

Kaum Absagen

Trotz des Wetters hagelte es kaum Absagen. Nur zwei Mannschaften waren zu Hause geblieben. 42 Firmen, Privatleute oder Vereine hatten sich als Sponsoren bereiterklärt. 97 Frauen, Männer und Kinder wollten für den guten Zweck schwimmen. Einige davon, wie Harald Zeitler oder Anita Bergler, traten sogar zweimal an.

Frei nach dem Motto "Wer zahlt, schafft an" bogen sich die Teams von Eurosand, Restaurant Syrthaki und Matratzen Ellert die Regeln ein wenig zurecht. Die einzelnen Schwimmer, zu denen einige Triathleten zählten, blieben alle eine ganze Stunde im Wasser und schafften gemeinsam 320 Bahnen. Die Listenführer kamen kaum mit dem Zählen mit. Dem Freibadförderverein konnte dieses Engagement nur recht sein.
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