Laienspielschar fiebert Premiere entgegen
Zum Lernen in die Badewanne

Renate Schönberger spielt die Waschfrau Mutter Wolffen. Bilder: hfz (2)
Vermischtes
Windischeschenbach
06.10.2016
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Die Laienspielschar fiebert der Premiere am 29. Oktober entgegen. "Der Biberpelz" steht auf dem Spielplan: in den Hauptrollen Bürgermeister Karlheinz Budnik und Zoiglwirtin Renate Schönberger.

Budnik mimt den Amtsvorsteher Werhahn, und Schönberger verkörpert die Waschfrau Mutter Wolffen. Wie bereiten sich die beiden auf das Stück vor? Wir haben nachgefragt.

Können Sie den Text schon?

Bürgermeister Karlheinz Budnik: Noch nicht ganz, aber es wird.

Renate Schönberger: Nein, noch nicht. Bis jetzt hatte ich nur den Kommunbrautag am 3. Oktober im Gehirn.

Wie viel müssen Sie lernen?

Budnik: Naja, ungefähr 20 Seiten dürften es schon sein.

Ist es mühsam, sich den Text einzuprägen?

Schönberger: Nein, eigentlich nicht. Das ergibt sich durchs Spiel.

Budnik: Das Lernen an sich macht mir keine Probleme. Ich muss eher schauen, dass ich die Zeit dafür aufbringe.

Wo lernen Sie denn?

Budnik: Auf der Couch oder in der Badewanne (lacht). So ein Vollbad eignet sich ganz hervorragend dafür.

Schönberger: Wenn ich lerne, muss ich immer in Bewegung sein und ich muss laut lernen. Die Badewanne wäre nichts für mich, ich bräuchte dazu die Thermenwelt.

Herr Budnik, in dem Stück spielen Sie eine Amtsperson von anno dazumal. Gibt es Parallelen zur heutigen Zeit?

Budnik: Ja, die gibt es. Aber man kann nicht alles auf die heutige Zeit übertragen. Beispielsweise sind die Sozialdemokraten damals verfolgt worden. Heute haben wir zum Glück ein friedliches Miteinander.

Frau Schönberger, Mutter Wolffen scheint eine sehr resolute Person zu sein. Wie weit können Sie sich als Zoiglwirtin damit identifizieren?

Schönberger: Die Rolle der Mutter Wolffen liegt mir schon sehr, aber zu einem Pelz habe ich noch nicht gebracht (schmunzelt). Ich glaube, heute wie damals kämpft eine echte Mutter immer um ihre Familie. Das ist einfach das Naturell einer Mutter. Dieser Grundgedanke wird sich nie ändern.

Wie kommt's, dass Schauspielern Ihr Hobby ist?

Budnik: Ich genieße es, einmal nur agieren zu müssen und kein Entscheidungsträger zu sein.

Schönberger: Ich bin ein Theaterjunkie und richtig süchtig danach. Ich mag das Hin und Her zwischen Publikum und Schauspielern. Es ist ein Wahnsinnsgefühl, wenn man die Leute einmal an der Angel hat.

Vier Aufführungen"Der Biberpelz" von Gerhard Hauptmann spielt ursprünglich in einem Berliner Vorort. Auf die typisch Berliner Schnauze wartet das Publikum vergeblich, denn Regisseur Hannes Ruprecht hat die Handlung in eine grenznahe Oberpfälzer Kleinstadt Anfang des 20. Jahrhunderts verlegt. Nach der Premiere am 29. Oktober wird das Stück am 4., 5. und 6. November im Pfarrheim St. Emmeram aufgeführt. Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr. Karten im Vorkauf gibt es bei Elektro Hecht und NT-Ticket für 10 Euro. (mic)
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