Lebensrettende Düsternis
Erster Rundgang durch die neue Atemschutzstrecke

Wer in brennenden Häusern oder verqualmten Schächten Brände bekämpft oder Vermisste retten will, muss zunächst mal hinter Gitter. Kreisbrandrat Richard Meier (Zweiter von links) führte seinem Chef Andreas Meier sowie (von rechts) Claudia Prößl, Reinhard Schmid und Karlheinz Budnik vor, dass zur neuen Atemschutzstrecke auch der Umgang mit Industrieanlagen-Modellen und ein Öltank gehören. Bild: Götz
Vermischtes
Windischeschenbach
03.02.2016
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Schwarze Wände, Käfige, enge Röhren: Die neue Atemschutzstrecke der Feuerwehren im Industriegebiet Neuhaus hat etwas Unheimliches. Doch das haben reale Einsätze auch. Wer also die furchteinflößende Übungskammer meistert, hat gute Chancen, im Ernstfall Leben zu retten - nicht nur das eigene.

Neuhaus. Es wird wohl noch bis zum Hochsommer dauern, bis sich die ersten Feuerwehrleute aus den Landkreisen Tirschenreuth und Neustadt oder der Stadt Weiden mit Atemmaske und schwerer Ausrüstung durch die finsteren Gänge quälen, die mit Rauch vernebelt werden. "Alles so echt wie möglich", erklärte Neustadts Kreisbrandrat Richard Meier Mitarbeitern des Landratsamts bei einer ersten Besichtigung.

Vor wenigen Tagen war die Einrichtung für den Übungsparcours geliefert worden. Einige Geräte im Vorraum sind noch verpackt und vermitteln eher den Eindruck eines Fitness-Studios. Kein Wunder: Wer als Atemschutzträger in Frage kommt, muss körperlich absolut robust sein. "Der Schutzanzug ist absolut dicht. Das bedeutet Riesenstress für den Kreislauf", weiß Kreisbrandrat Richard Meier. Er führte Landrat Andreas Meier, seine engen Mitarbeiter Claudia Prößl und Reinhard Schmid sowie Windischeschenbachs Bürgermeister Karlheinz Budnik durch die Halle. Sie enthält unter anderem einen leeren Öltank. "Es kann vorkommen, dass jemand beim Befüllen oder Reinigen bewusstlos wird. Den muss dann jemand rausziehen", erklärt Meier. Das geschieht in den meisten Fällen in absoluter Dunkelheit auf rutschigem und engem Untergrund. Wohl dem, der auf einen Feuerwehrmann trifft, der schon einmal ausprobiert hat, wie er sich unter solchen Bedingungen bewegen muss. Der offizielle Festakt zur Eröffnung steht wohl erst im Juni oder Juli an. Bis dahin sollten auch noch fehlende Möbel angeliefert sein. Die Miete teilen sich die drei Gebietskörperschaften je nach dem Verhältnis, wie viele Feuerwehrleute die Anlage ausprobieren.

Katastrophenschutz


Einen Teil der rund 800 Quadratmeter großen Industriehalle nutzt der Landkreis Neustadt alleine. Er installiert dort sein Katastrophenschutz-Zentrum samt Lager. Dem ist eigentlich ein ewiger Dornröschenschlaf zu wünschen. Denn wenn die Führungsgruppe beim Landratsamt zusammentritt, stecken Anlässe wie Hochwasser, ein Chemieunfall, eine Geiselnahme oder ein Amoklauf dahinter. Für all diese Szenarien sind führende Mitarbeiter des Landratsamtes geschult. Nicht nur, damit es mit der Rettung reibungslos klappt, sondern dass auch bei der Kommunikation nach innen und außen die Räder ineinander greifen (Hintergrund) .
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