Martin Schönberger auf der Bühne
Schnupfen, Fußball, Mofa fahren

Martin Schönberger alias Helmut A. Binser begeistert die Zuhörer mit Witz und Charme. Bild: gge

Sein Kopf scheint eine unendlich sprudelnde Quelle für Unsinn und Geistreiches zu sein. Pausenlos fallen Martin Schönberger neue Kalauer ein, die er seinem Programm untermischt.

Neuhaus. Locker, frech und authentisch überzeugte er als Helmut A. Binser die Zuschauer im Schafferhof mit dem Programm "Wie im Himmel". Er bezog das Publikum immer mit ein: bei Refrains, Schiedsrichterbeschimpfungen bei sei seinem Lieblingsthema Fußball oder bei dem Versuch, den Namen "Tschitscherlboch" auswendig zu lernen.

Ein höflicher Kerl


Bewaffnet mit dem "Quetschn-Karlheinz" und der Gitarre unterhält er mit Gstanzln, Erzählungen aus seinem Dorf Runding oder über seine Familie. Seine Freunde heißen nach ihren Gewohnheiten: Lumpi, Schlucki und Stick, weil letzterer beim Genuss einer "nicht veganen Limo - mit Wespe drin" beinahe erstickt wäre. Makabres mischte sich mit Schenkelklopfern, das Publikum kam aus dem Lachen nicht mehr heraus. Stark sein müssen 60er Fans - da fallen ihm besonders viele Gemeinheiten ein.

Er ist Jahrgang 1980 und damit "der letzte, der noch Höflichkeit gelernt hat". In seinem 600-Einwohner-Heimatnest grüßen sich alle. "Wer nicht grüßt, ist suspekt." Die Kindheit in Runding und bei Oma habe ihn geprägt. Aufgewachsen sei er ohne Fahrradhelm, Computer und Smartphone. "Die Jugend heute hat den aufrechten Gang verlernt", witzelte er.

Bei der Geschichte von Schmetterlingen im Bauch bogen sich die Zuhörer vor Lachen. Lustiges liefere der Alltag. So hat Binser ein Schild am Chamer Wertstoffhof fotografiert: "Am 11. Juli geschlossen wegen Tag der offenen Tür". Daraufhin erklärte er diesen Tag zum "Heut-ist-alles-anders-als-mas-sonst-so-g'wohnt-ist-Tag". Zwischendurch freute er sich breit grinsend, dass hier endlich jemand seinen oberpfälzischen Dialekt versteht.

Überall proben


Die Freundin habe ihn zum Frauenversteher gemacht. Er schreibt deshalb ein Buch mit dem Titel Frauen von A - Z, also von Amazon bis Zalando". Einen der UPS-Fahrer, die täglich mit den Paketen zu ihm kommen, habe er zur Strafe gefesselt, eingesperrt und auf Englisch beschimpft.

Englisch deshalb, weil er seine Gags immer erst der Mama vorsingt. Die muss sie genehmigen, versteht aber kein Englisch. Überhaupt suche er sich oft Opfer, die im Vorfeld seine neuen Einfälle über sich ergehen lassen müssen. Meist seine Nachbarin oder "Moartl, den Fliesenleger". Auch eine Hochzeitsgesellschaft musste schon dran glauben, als der Kapelle mit E-Piano und E-Gitarre der Strom ausfiel.

Herrlich spontan und unangepasst purzelten Pointen, Wortspiele und Zungenbrecher aus seinem Mund, wenn er nicht gerade seinen Tabak schnupfte. Da greift das "Zündapp-Pöschl-Lied" die Leidenschaften Mofafahren und Schnupfen witzig auf.
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