Modellbauaausstellung in der Mehrzweckhalle am 5. und 6. November
Modell-Springer an der Kette

Erhard Stark und Heinrich Berglers Skiflieger wird in wenigen Zentimetern landen. Für die Modellbauer war die Abbildung des Bewegungsablaufs eine Herausforderung, die nach ihrem Wissen in Deutschland einmalig ist.
Vermischtes
Windischeschenbach
25.10.2016
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Bei der Jahresausstellung der Modelleisenbahnfreunde Windischeschenbach gibt es auch die Nachbildung des Fuhrparks der Feuerwehr Vohenstrauß zu entdecken. Bilder: ui (2)

Die Welt hat viele Szenen. Die reale ebenso wie die nachgebaute. Meister in diesem Metier werkeln in der Schule. Einmal im Jahr laden sie dann zur Entdeckungsreise in die Mehrzweckhalle ein.

Ein Skispringer ist einer der neuen Attraktionen, die der 110 Mitglieder starke Verein am Wochenende 5. und 6. November zeigt. Heinrich Bergler hat dem kleinen Mann mit der Konfektionsgröße HO zusammen mit Erhard Stark die Sportlichkeit eingepflanzt. Bergler ist keine Modellanlage in Deutschland bekannt, auf der es so eine bewegte Darstellung schon gibt.

"Die Schanze kann man als Bausatz kaufen. Aber das war mir zu wenig. Ich wollte Bewegung", erinnert sich der stellvertretende Vereinsvorsitzen an die Ideenphase für sein Bergmodul mit Zahnradbahn. Für ihn ist die Darstellung auch eine Hommage an die Skispringer, die vor Jahren in der Stadt eine eigene Sportstätte hatten. Sommerliches Mattenspringen ohne Schnee kannte man damals allerdings noch nicht.

Unter Detailgenauigkeit verstehen Bergler und die anderen Tüftler der Modelleisenbahnfreunde weniger, die Realität akkurat nachzubilden, als vielmehr fiktive Szenen zu gestalten. Die platzieren sie so in der perfekten Kulisse, dass es lange etwas zu entdecken gibt. Kleine Besucher zupfen den Papa und die Mama immer wieder am Ärmel und zeigen mit ausgestreckten Arm zum verunglückten Skispringer im Baum oder auf die Enten im Bergsee.

Auf Knopfdruck setzt sich der Springer mit roter Hose und weißer Jacke einen halben Höhenmeter entfernt neben den Felszacken am Anlauf in Bewegung, nimmt Fahrt auf, beschleunigt bis zum Schanzentisch, hebt ab und landet zwischen der weißen und grünen Weitenmarkierung. Bis zum Auslauf verlangsamt er und verschwindet in der Hütte im Zielraum.

Auf Olympiasieger hoffen


Weltmeister und Olympiasieger Eric Frenzel hat nach Berglers Aussage Interesse bekundet, die Technik des kleinen Sportskameraden in Augenschein zu nehmen. Der hängt in Abfahrtshaltung am Draht, den eine umlaufende Kette im Berg bewegt.

Viel Verkehr wird auch auf den Modulen mit den Modellautos zu sehen sein. Wie überall bei dem Verein mit einem Durchschnittsalter der Mitglieder von gerade mal 38 Jahren arbeiten hier Jung und Alt zusammen. Der Wiesauer Marcel Schuller (18) und Reinhard Lehner (30) aus Vohenstrauß sind die Lichtexperten. Haardünne Kupferdrähte bündeln sie am Boden der Trucks, Feuerwehren und anderen Fahrzeuge, um LED-Scheinwerfer, Blaulicht, Blinker und Tuninglampen zum Leuchten zu bringen.

Die Technik der Sprungschanze im Video:


AusstellungDie Ausstellung der Modelleisenbahnfreunde Windischeschenbach und Umgebung mit Tombola ist zu sehen am Samstag, 5. November, von 13 bis 18 Uhr und am Sonntag, 6. November, von 9.30 bis 17 Uhr in der Mehrzweckhalle Windischeschenbach. Der Eintritt beträgt für Erwachsene drei Euro, für Kinder bis zwölf Jahren 1,50 Euro, die Familienkarte kostet 6 Euro. (ui)

Zug um Zug gemeinsam


Angemerkt von Uwe Ibl

Modellbauer sind verschrobene Typen, die irgendwo im Keller aus Streichhölzern oder Bausätzen die Welt en miniature nachbauen. Zum Müllwegtragen oder auch zum Mittagessen bewegen sie sich nur ungern aus der Werkstatt ans Tageslicht und ob sie tatsächlich mehr als zehn Sätze pro Tag über die Lippen bringen, bleibt ein ewiges Geheimnis. Wenn aber doch, dann reden die Eisenbahneer unter den Kleinbaukünstlern über Modellreihen bei Loks und die gelungene Detailbemalung des rechten vorderen Waggonpuffers.

Soweit die Vorurteile. Bei den Modelleisenbahnfreunden Windischeschenbach tobt das Leben. Da helfen Jugendliche den Senioren, die Erfahrenen regen den ungestümen Nachwuchs zu höchsten Kreativitäts- und Konzentrationsarbeiten an. Faszinierend sind Landschaften, Szenen und Technik, die die Klein-Eisenbahner, Auto-, Landschafts-, Technikexperten zu Hause und bei ihren Modellbauabenden erschaffen und jetzt wieder der Öffentlichkeit vorstellen.

Noch bewundernswerter aber ist, wie es Robert Beer und sein Club schafft, die Jugend mitzunehmen, für ein Hobby begeistert, voneinander lernt und miteinander umgeht: Ein offenes Signal für viele Vereine.
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