Reinheit im Bierglas
Grünen-Landtagsabgeordneter Jürgen Mistol am Schafferhof

Reinhard Fütterer (links) zählt sich zu den Verfechtern des Reinheitsgebots, Landtagsabgeordneter Jürgen Mistol zu den Zoigl-Liebhabern. Bild: esm

Wie gewinnt man am besten einen Oberpfälzer für sich? Natürlich mit einem guten Bier. "Dazu braucht es aber Wasser von guter Qualität", weiß Reinhard Fütterer vom Schafferhof in Neuhaus.

Neuhaus. Denn enthält das Nass zu viel Nitrat, schmeckt auch das Malzgetränk nicht. Mit diesem Problem hat Fütterer nicht zu kämpfen. "Unser Wasser ist einwandfrei. Davon sind sogar die Franken begeistert." Wollen die Bier brauen, müssten sie das Wasser einen Tag vorher extra abkochen. "Wir dagegen drehen halt einfach den Hahn auf." Bernhard Eigner, Geschäftsführer des Zweckverbands der Wasserversorgung Steinwaldgruppe, schreibt diese Tatsache unter anderem der Tondeckenschicht bei Parkstein zu. "Das Wasser ist frei von Glyphosat, Chlor und Aluminium." Auch auf Rückstände von Antibiotika gebe es keine Hinweise.

In das Getränk gehören Hopfen, Malz, Hefe und Wasser - so schreibt es zumindest das Reinheitsgebot vor. Jürgen Mistol, Landtagsabgeordneter der Grünen, weiß, dass es für Brauereien schwer ist, Wasser und Bier zusammenzubringen. "Aber zu den Richtlinien gibt es tausend Meinungen", weiß Fütterer. Er zählt sich zu den Verfechtern des Gebots. Sollte es früher vor Bierpanschern schützen, stelle es für ihn heute ein Markenzeichen Bayerns dar.

Nicht überall Zoigl drin


Die Frage sei, wo man mit den Richtlinien anfange und wo man damit aufhöre. Unter Brauern gebe es viele Nachahmer, die ihrem Produkt ein Etikett mit 'Nach bayerischer Art' aufdrücken. Die Herstellung des Zoigls gebe es überall auf der Welt.

"Vor allem um 2000 ist ein großer Hype um das Bier ausgebrochen", erklärt der Schafferhof-Wirt. Auf Teufel komm raus sei es nachgemacht worden. Doch nicht überall, wo Zoigl draufstehe, sei auch Zoigl drin. Für den Kommunbrauer ist es ein regionales Produkt, hergestellt im Kommunbrauhaus und zeichne sich durch ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis aus. Aber vor allem stehe es dafür, gemütlich in der Stube beisammen zu sitzen. "Emotionen kann man nun mal nicht in Flaschen transportieren."
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