Roswitha Rosi Witt bewirtet Gäste in der Zoiglstube Bahler
Rosi, Resi und der Zoigl

Brezen, Brotzeiten und warme Würste bereitet Bahler-Wirtin Rosi Witt in aller Regel alleine in der Küche für die Gäste zu. Bild: ui
Vermischtes
Windischeschenbach
10.02.2016
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Roswitha Witt ist quasi mit dem Zoigl verheiratet. Über 25 Jahre ist es her, seit Thomas Witt sie an den Traualtar geführt hat. Damit begann eine weitere intensive Beziehung.

Neuhaus. Rosi zog ins Elternhaus des Ehemanns, das ehemalige Gasthaus "Zum Hirschen". Kurz nach der Hochzeit öffneten die beiden die Zoiglstube "Bahler". Der Beschluss für diese nebenberufliche Wirtstätigkeit war schon vor dem Jawort gefallen, mit dem Umbau hatten die beiden vor der Trauung begonnen. "Das alte Gastzimmer war unseren erste Zoigstube."

Geöffnet war von Freitag bis Sonntag, nach einem Biergarten hat damals keiner gefragt, aus der Küche kam ausschließlich kaltes Essen. Die Wirtin arbeitete als Zahnarzthelferin und an der Anmeldung einer Praxis in Weiden. "Unsere zwei Buben Sebastian und Andreas sind mit dem Zoigl aufgewachsen." Die Zeit in den Praxen war beendet. "Ich war zu Hause und durch den Zoigl trotz der Kinder unter Leuten."

Mittlerweile ist etwa alle vier Wochen von Freitag bis Montag geöffnet. Im vergangenen Jahr sogar bis Dienstag. "In dieser Zeit konzentriere ich mich auf die Zoigl-Tage, zu Hause passiert nur das nötigste."

Von den Gästen bekommt die Wirtin auch nach dem Umzug der Zoiglstube 2004 in den ehemaligen Kuhstall wenig mit. "Wenn ich nicht kurz Zeit habe, mal raus zu schauen, spitzen Bekannte in die Küche rein." Am Abend ist sie am aufräumen, saubermachen, wieder herrichten für den nächsten Tag. "Es muss nachts tipptopp sein. Ich kann es nicht haben, wenn in der Küche am anderen Tag noch was rumsteht."

Zwischen 6 und 6.30 Uhr beginnt an den Zoiglwochenenden das Putzen. "Gottseidank unterstützt mich meine Schwiegermutter Resi." Um 10 Uhr dürfen die Gäste kommen. Freitags und samstags ist Rosi selbst an den Zoiglwochenenden als Verkaufsfahrerin für die benachbarte Bäckerei im Landkreis unterwegs.

Hungrige Jugend


Zu Hause geht es dann nahtlos bis spät in die Nacht weiter. "Bei uns bekommst Du auch um zwölf oder halb eins noch etwas zu essen. Da kommen dann die Jungen und haben Hunger. Auch wenn wir fast schon fertig sind, irgendetwas bekommen sie immer." Die Küche bewältigt die 53-Jährige meist alleine. Im Service gibt es Hilfe durch Bedienungen.

Sulzen und Kräuterquark macht Rosi in ihrer Eckküche selbst. Außerdem legt sie Brotzeiten, Knacker, Brat- und Weißwürste auf die Teller. "Manchmal würde ich schon gerne noch was ausprobieren", verrät die gebürtige Aicherin. Aber je mehr Sachen auf der Speisekarte stehen, desto schwieriger wird es. "Unsere Küche ist relativ klein, da musst du jonglieren."

Sebastian ist mittlerweile 23 und sein Bruder Andreas 21. Die beiden kümmern sich an den Zoiglwochenenden darum, dass in der Landwirtschaft der Familie alles seine Ordnung hat. "Im Hintergrund sind sie mit Interesse beim Zoigl dabei", freut sich die Mutter.

Die Entscheidung, mit dem Zoigl anzufangen, hat sie auch nach 25 Jahren nicht bereut. "Wir machen das mit Herzblut", sonst tue man sich das nicht an.

"Ich kann mich nicht nur reinstellen und ausschenken. Es geht auch um die Vorbereitung, es ist auch die Vorbereitung mit Bestellungen, Organisation, Inseraten und Sulz kochen. Thomas kümmert sich ums Bier, das alles gerichtet ist und ich um den anderen Bereich. So ist das ok und läuft."

Zoigl ist Leben


Nach dem Montag dauere das Aufräumen und Putzen noch einmal ein bis zwei Tage. "Durch Zoigl ist Neuhaus ein lebendiger Ort", resümiert Rosi, die seit 2008 Vorsitzende der Frauen-Union und im Windischeschenbacher Stadtrat ist.
Unsere Küche ist relativ klein, da musst du jonglieren."Bahler"-Wirtin Rosi Witt


ZoiglwirtinnenZoigl ist mehr als das gleichnamige Bier. Zoigl, in Windischeschenbach und Neuhaus bedeutet auch Geselligkeit und leckeres Essen von der Brotzeit bis zum Braten. Oft in winzigen Küchen sorgen meist die Wirtinnen mit oder ohne Unterstützung dafür, dass die Gäste traditionelle und innovative Schmankerl bekommen.

Daneben kümmern sie sich noch um ganz viele weiter Dinge, damit es beim Zoigl rund läuft. Die lockere Serie in den nächsten Wochen würdigt das Engagement der Zoiglwirtinnen. (ui)
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