Schlosshof-Zoigl als Familienbetrieb
Hausmannskost mit Musik

Brotzeiten, für eine Zoiglstube außergewöhnlich viele warme Essen und im kleinen Tiegel mit Sahnehaube verzierten selbst hergestellten warmen Bratapfellikör bringt Lissi Weiß aus ihrer Küche zu den Gästen beim Schlosshof-Zoigl. Bild: ui
Vermischtes
Windischeschenbach
22.02.2016
2342
0

"Ich koche gerne", lacht Elisabeth Weiß. Doch unter diesem Namen kennt kaum jemand die Zoiglwirtin.

Stammgäste, Freunde und Familie nennen sie Lissi. Mit Ehemann Peter und Tochter Sandra betreibt sie den Schlosshof-Zoigl.

Lissis warmes Essen von der Surhax'n bis zum Krenfleisch, vom Hirschragout bis zu den Fleischkücheln mit Schopperl und Blaukraut am Freitag, Sonntag und Dienstag sind das Aushängeschild vom "Schlosshof". Die Auswahl wechselt, einiges steht auch von Freitag bis Dienstag kontinuierlich auf der Karte. Gulasch serviert die Wirtin wahlweise in einem Teller aus Porzellan oder in einem Laib Brot. Natürlich gibt es auch Brotzeiten.

Die Wirtsleute haben eine klassische Arbeitsaufteilung. "Ums Brauen und Reparieren kümmert sich mein Mann", sagt Lissi. "Er hat auch die Einrichtung selbst geschreinert." Selbst mit dem Garten sei die Bewirtschaftung der Zoiglstube als Familie noch machbar.

Familiäre Atmosphäre


Meist sind sie zu dritt. Wenn es im Sommer hoch hergeht, hilft auch noch Schwiegersohn Josef mit. Tochter Sandra sitzt daneben, lacht und nickt. Lissi: "Wenn abends das Geschäft losgeht, müssen die vier Enkel mit dem Papa heim."Statt die Wirtsstube zu vergrößern, hat das seit fast 40 Jahren verheiratete Ehepaar Weiß eine ebenerdige Ferienwohnung eingerichtet. "Die familiäre Atmosphäre bei unserem Zoigl wäre sonst verloren gegangen", begründet die Wirtin die Entscheidung.

Unter den Gästen finden sich seit Einführung des Rauchverbots vermehrt Familien. Auch der Frauenanteil ist gestiegen. "Früher waren es nur eine Handvoll Frauen, heute ist es ausgeglichen." In den Anfangsjahren der Zoiglstube - im Juli werden es 27 Jahre - kamen fast nur Männer.

Geputzt wird, wenn der Braten in der Röhre steht.Schlosshof-Wirtin Lissi Weiß

Egal welchen Geschlechts, fast alle Gäste seien ehrlich. "Das kann man schon mal sagen." Auch, dass es noch nie eine Rauferei in ihrer Stube gegeben habe, verkündet die im zwischen Erbendorf und Kemnath gelegenen Schweißenreuth geborene Wirtin stolz

Musikanten an der Wand


Früher seien noch mehr Musikanten zum Zoigl gekommen. "Da war schon ganz anderes Leben in den Zoiglstuben", zeigt sie auf eine Wand voller Fotografien. Musikanten, die spielen wollten, sieht sie im "Schlosshof" immer noch gerne. Von der Stimmung bekommt Lissi in der kleinen Küche direkt hinter der Theke viel mit, zumal sie das Essen oft selbst an die Tische trägt.

"Es steckt viel Arbeit dahinter, man muss es gern machen, sonst funktioniert es nicht", lacht die 58-Jährige. "Nach fünf Tagen Zoigl ist man kaputt." Trotzdem sei es am Mittwoch beim Putzen komisch, wenn keiner mehr komme. An den Tagen zuvor sperrt der "Schlosshof" bereits um 9.30 Uhr auf. Das bedeutet für die Hausherrin um 6 Uhr aufstehen. "Geputzt wird, wenn der Braten in der Röhre steht."
Weitere Beiträge zu den Themen: Gastronomie (49)Zoigl (71)Zoiglwirtin (12)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.