Stadt will Sachverständigen einschalten
Steinige Sanierung des Poliersteigs

Nur einer traute sich am Mittwoch in der Stadtratssitzung das heikle Thema Poliersteig direkt anzusprechen. "Ich warne davor, eine ähnliche Szenerie wie beim Johannissteig hervorzurufen", sagte Josef Söllner.

Ob der letzte Punkt auf der Tagesordnung wirklich für ordentlich Zündstoff sorgen würde, ließ sich vor der Debatte nicht sagen. Die SPD hatte beantragt, einen Sachverständigen einzuschalten, der die Sicherheit des Poliersteigs überprüfen soll. Der Weg sei viel zu steil und mit Rillen durchzogen. "Es geht um die Sicherheit", bekräftigte Fraktionssprecher Werner Sauer.

Dass der Steig so nicht bleiben kann, war allen klar. "Der Antrag ist gerechtfertigt", sagte CSU-Sprecher Markus Weidner. "Doch brauchen wir unbedingt einen Experten?" Nach einigem Hin und Her machte Bürgermeister Karlheinz Budnik einen Vorschlag zur Güte: "Wir stellen den Antrag zurück." Die Verwaltung solle zusammen mit dem Bauausschuss ein Konzept zur kostengünstigen Sanierung erarbeiten. Damit konnten sich alle anfreunden.

51 Kilometer Kanalnetz


Einstimmig und ohne Diskussionen sprach sich das Gremium für einen Kanalkataster aus. Das 51 Kilometer lange Kanalnetz der Stadt wird in den nächsten Jahren Stück für Stück digital erfasst. Davor drücken kann sich die Stadt nicht, denn die Erfassung gehört zu den Pflichtaufgaben. Kosten: 350 500 Euro. Der Freistaat bezuschusst das Vorhaben mit 51 000 Euro.

Das Ausheben und Schließen eines Grabes kostete bisher 130 Euro, eine Urnenbeisetzung einschließlich Grabarbeiten, Leichenwärterdienst und Beisetzung 65 Euro. Um die Verwaltungskosten wenigstens teilweise abzudecken, entschloss sich das Gremium, diese Gebühren zu erhöhen. Für die Grabherstellung werden nun 160 Euro fällig, die Urnenbeisetzung kostet 110 Euro.

Werner Sauer brachte zum Abschluss noch einige Anregungen vor. Schön wäre, wenn auf dem Stadtplatz ein Schild mit der Aufschrift "Bahnhof" angebracht werden könnte. Erst vor kurzem sei vor dem Gymnastikraum im Kindergarten Neuhaus eine Übungsleiterin ausgerutscht. Sauer regte an, dort einen "vernünftigen Fußabstreifer" auszulegen. Stefan Seitz wollte wissen, ob sich das Licht in der Mehrzweckhalle auch mit einem einzigen Schalter ausmachen ließe. Der ATSV habe nachgefragt.

Publikum geblendet


Wenn die Sonne tief steht, blendet sie nicht nur Sportler in der Mehrzweckhalle. Beim Konzert der "Neuhauser Boum" hätten die Besucher große Probleme gehabt, zur Bühne zu schauen. "Vielleicht könnte man Vorhänge anbringen", sagte Seitz. Weiter fragte er an, ob Vereine, die selbst ein Gebäude unterhielten, von der Hallenbenutzungsgebühr befreit werden könnten.

3,26 Millionen Euro"Erfolgreich und produktiv", bezeichnete Bürgermeister Karlheinz Budnik in der Stadtratssitzung das Jahr 2015. Insgesamt habe die Stadt "in einem gemeinsamen Kraftakt" 3,26 Millionen Euro investiert. Dazu gehörten die Sanierung der Wasserversorgung, das barrierefreie Rathaus, leistungsstarkes Internet, die Brücke in Naabdemenreuth und der Neubau des Kinderhauses. Der Rathauschef dankte dem Stadtrat und der Verwaltung für die kollegiale Zusammenarbeit. (mic)
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