Stadtrat muss im Klarasaal die Ohren spitzen
Mehr Zuhörer, bessere Akustik

Als sich der Stadtrat vergangene Woche zur Weihnachtssitzung im Klarasaal des Johannisthals traf, musste Bürgermeister Karlheinz Budnik die Räte immer wieder auffordern, lauter zu sprechen. Es schien, als würde der Saal die Redebeiträge regelrecht verschlucken.

Nach zweieinhalb Stunden waren die meisten froh, die Sitzung hinter sich gebracht zu haben. "Ich kann mich gar nicht erinnern, dass die Akustik bei unserer ersten konstituierenden Sitzung im Mai 2014 so schlecht war", wunderte sich Budnik im Nachhinein. Auch Direktor Manfred Strigl saß damals im Saal und hatte keine Probleme etwas zu verstehen. "Unser Saal ist für alle möglichen Veranstaltungen ausgelegt", sagte er. "Wir haben auch eine Mikrofonanlage. Vielleicht hätte der Stadtrat diese nutzen sollen", spekulierte der Leiter des Johannisthals.

Martin Schimanski vom Architekturbüro Brückner & Brückner in Würzburg könnte die Wogen glätten. "Es waren einfach zu wenige Leute im Klarasaal", lautete die Erklärung des Fachmanns.

Die Stadträte einschließlich Bürgermeister, Geschäftsleiter Wolfgang Walberer, Kämmerer Bernhard Schäffler, Günther Schwab vom Ingenieurbüro Zwick, die Vertreterin der Presse und ein Zuhörer ergaben insgesamt 24 Personen. Der Saal sei für 120 Menschen ausgelegt. Und daraufhin würden auch die Akustikberechnungen abzielen. Bei zu wenig Leuten im Raum könne das ganze in die andere Richtung kippen. "Das ist ähnlich wie in der Kirche", erklärte der Experte.

Sein Rat: Beim nächsten Mal mehr Zuhörer mitbringen oder das Mikrofon nutzen. Der Wunsch nach einer größeren Zuhörerkulisse bei den Stadtratssitzung ist nicht neu. "Schön wär's, wenn sich mehr Einwohner für das Stadtgeschehen interessierten würden", seufzte der Bürgermeister. Vielleicht geht dieser Wunsch 2016 in Erfüllung.
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