Starkbierfest der Feuerwehr Bernstein
Schwache Schläge, kräftige Worte

Der Bürgermeister und der Pfarrer sind zwei arme Hunde.

Nockherberg-Atmosphäre gibt es nicht nur in München, sondern auch in kleinen Orten. In Bernstein kümmerte sich die Feuerwehr um die Organisation des Starkbierfestes. Die Verantwortlichen fanden sogar einen echten Fastenprediger.

Am Ende des ersten Starkbierfestes stand fest, dass das Angebot keine Eintagsfliege bleibt. Die Resonanz der Besucher war für die Entscheidung im kommenden Jahr eine Neuauflage zu versprechen mit ausschlaggebend.

Lange Jahre hatte die Feuerwehr eine größere Faschingsveranstaltung organisiert. Seit einigen Zeit jedoch, war diese Tradition eingeschlafen, der Fasching fiel flach. Neue Ideen mussten her, war sich das Führungsteam einig. Einen weiteren Anlass für die Bier-Fete lieferte die Einweihung des neuen Gerätehauses sowie das 120-jährige Gründungsjubiläum. Beide Veranstaltungen wurden im vergangenen Jahr begangen.

Die Einladung der Bernsteiner Wehr fiel auf fruchtbaren Boden. Schon bald war das neue Gerätehaus besetzt und die Stimmung kochte hoch. Gedanken an das Pflanzenschutzmittel Glyphosat, das in Verbindung mit Bier in die Schlagzeilen gekommen war, hatten keine Chance, die Stimmung zu dämpfen. Man ließ sich das Starkbier schmecken und genoss die Stimmung ebenso wie Hähnchen vom Grill, Geräuchertes und Obatzten. Für die Musik sorgte der Kemnather Sigi Vollath.

Ein Höhepunkt des Abends war der Auftritt von Bruder Hubert, der mit seiner Fastenpredigt auf die Tränendrüsen drückte. Wie der geistliche Redner betonte, habe die Fastenzeit auch ihren Sinn. Jedoch sollte in Maßen gegessen und auch getrunken werden.

Den Pfarrer und den Bürgermeister bezeichnete der Prediger als zwei arme Hunde, die sich bestens verstehen. Als Bürgermeister hat man zwar wenig Zeit, trotzdem hat er Schlagkraft bewiesen beim Gründungsfest, als er unzählige Schläge beim Anzapfen investierte. Der Zusammenhalt der Wehren war ein weiteres Thema von Bruder Hubert, der festgestellt hat, dass die Bernsteiner Bürger froh darüber seien, seit der Eingemeindung endlich wieder einen echten Bürgermeister zu haben.

Bier, so eine Erkenntnis des Redners beruhige. Je mehr man trinke, umso ruhiger werde man. Aber Vorsicht vor Überdosierung. Schlafende Gäste würden nämlich ins Freie befördert. "Trotz aller Gaudi, bleibt's im Rahmen. Der Hubert schließt jetzt und sagt Amen."
Der Bürgermeister und der Pfarrer sind zwei arme Hunde.Fastenprediger Bruder Hubert
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