Stützelvilla ab September wieder leer?
Landkreis befürchtet, dass er auf Kosten sitzenbleibt – CSU-Fraktion tagt in Windischeschenbach

Der ehemalige große Tagungsraum der Stützelvilla ist nun Kleiderkammer für die Asylbewerber. Benötigt wird Sommerkleidung in kleinen Größen. Martina Scheidler und Michael Schiller vom Sozialamt (Siebte und Achter von links) informierten die CSU-Kreisräte und Landrat Andreas Meier. Bild: mor
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Windischeschenbach
11.06.2016
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1026 Asylbewerber, einschließlich der unbegleiteten Minderjährigen, und syrische Kontingentflüchtlinge leben derzeit im Landkreis. 67 sind in der Notunterkunft Stützelvilla bestens untergebracht. Das soll sich aber bald ändern, erfuhren die CSU-Kreisräte.

Michael Schiller vom Sozialamt und Unterkunftsleiterin Martina Scheidler führten die Räte mit Fraktionschef Stephan Oetzinger an der Spitze, Landrat Andreas Meier und Landtagsabgeordneter Petra Dettenhöfer durch die Einrichtung. Im ehemaligen Jugendtagungshaus sind überwiegend Jesiden aus kurdischen Gebieten im Nordirak und Nordsyrien untergebracht. Für den Fastenmonat Ramadan sei ein extra Raum eingerichtet worden.

Details gab Schiller zur weiteren Verteilung der Asylbewerber im Landkreis. Hier werde auf dezentrale Unterkünfte gesetzt, nur in Altenstadt, Eschenbach und Vohenstrauß gebe es Gemeinschaftsunterkünfte. 29 syrische Kontingentflüchtlinge lebten in Altenstadt, die 97 unbegleiteten minderjährigen Ausländer (UMA) wohnen vor allem in Neustadt, Grafenwöhr und Windischeschenbach.

Landrat: Eine Sauerei hoch dreiDas Prinzip der Notfallunterkünfte und Erstaufnahmeeinrichtungen wird sich wahrscheinlich bald ändern. Bereits im April 2016 beschloss das bayerische Kabinett die "Umsteuerung in der Unterbringung" von Asylbewerbern. Nach spätestens sechs Monaten sollen die Bewerber in große Gemeinschaftsunterkünfte umziehen. Ein Anmietungsstopp von dezentralen Unterkünften im Landkreis besteht bereits jetzt. Mitte September könnte die Stützelvilla leer stehen.

Für Landrat Andreas Meier wäre es eine "Sauerei hoch drei". Denn die Stützelvilla sei bis Ende des Jahres als Notunterkunft vorgesehen. Der Landrat fürchtet, dass die Kosten für Betrieb und Personal dann beim Landkreis hängenblieben, da eine sofortige Neubelegung mit Jugendgruppen unmöglich sei. Reservierungen seien bereits 2015 gekündigt worden.

Insgesamt hält Meier den Weg hin zu nur noch großen Gemeinschaftsunterkünften für falsch. Im September 2015 sei die Stützelvilla zur Notunterkunft umgewidmet worden, bereits angemeldete Jugendgruppen bekamen Absagen. "In der Not waren alle froh, dass das Haus bereitgestellt wurde. Die dezentrale Unterbringung von Asylbewerbern hat sich im Landkreis bewährt, bestehende Strukturen werden nun zerstört", so Meier.

In seiner Auffassung erhält der Landrat große Unterstützung von den CSU-Kreisräten. Sollte ein neuer Flüchtlingsstrom einsetzen, könnte der Weg dann im schlimmsten Fall wieder hin zur Turnhallenbelegung gehen. (mor)
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