Theresa Schönberger und Franz Bayerl
Nur zu Fasching ein Paar

Vermischtes
Windischeschenbach
30.01.2016
252
0
 
Anita Nonnenmacher trainiert mit dem Windischeschenbacher Tanzpaar Choreographien. Bild: Götz

Die Narrenzeit ist kurz, die Auftritte geballt. Theresa Schönberger und Franz Bayerl haben einen vollen Terminkalender - als Tanzpaar der Narrhalla Windischeschenbach. Hinter der glitzernden Fassade des Faschings steckt viel Arbeit.

Wie sich ein Fuß plötzlich im Gesicht oder zwischen den Beinen anfühlt, weiß Franz Bayerl genau. Wenn er seine Tanzpartnerin Theresa Schönberger beim Training hochhebt, sie auf seine Schultern stellt oder durch die Luft wirbelt, bleiben oft Schrammen auf der Haut zurück und nicht immer sitzt jeder Handgriff sofort. Das könne auch gar nicht sein, meint Trainerin Anita Nonnenmacher. Gerade, wenn man neu anfängt, wisse man nicht, "packe ich sie lieber an der Hüfte oder am Bein", erklärt die Trainerin. "Es ist mir aber noch nie passiert, dass sie runtergefallen ist", betont Bayerl und lenkt ein: "Bis auf ein Mal. Da war sie selbst schuld." Das zähle also nicht.

"Ohne Vertrauen geht nichts", sagt der 21-jährige Windischeschenbacher. Seit acht Jahren tanzen Bayerl und Schönberger zusammen, sie kennen sich von Kindesbeinen an. Ein Paar außerhalb des Faschings sind sie nicht. Ob es Ärger von den Partnern gibt, wenn die beiden so engen Körperkontakt haben? "Nein", beteuert Schönberger lachend. Es sei für beide nur ein Hobby, miteinander zu tanzen - mehr nicht. Weil sie sich schon lange gut verstehen und sich vertrauen, habe seine Tanzpartnerin immer die Sicherheit, aufgefangen zu werden, bekräftigt Bayerl. Das sei auch der Grund, warum sie oft schwierige Hebefiguren ausprobieren möchte, er sich aber erst nicht traut - aus Angst, sie fallen zu lassen. "Es ist hauptsächlich Technik. Da kann man ein Bummel sein wie man will." Schönberger macht sich darüber gar keine Gedanken: "Ich hab volles Vertrauen in ihn und denk nicht über die Konsequenzen nach. Es ist noch keiner so richtig verletzt worden."

Drei Tage pro Woche


Im Mai beginnen die beiden zu trainieren. Eisern, diszipliniert und mit viel investierter Zeit. Am Schluss steht das Tanzpaar zwei bis drei Mal pro Woche, je fünf Stunden, in der Mehrzweckhalle, dehnt sich und übt Schritte und Hebefiguren, meistens auf Matten. Schönberger studiert in Passau. "Ich versuche, alles zu vereinbaren und bin jedes Wochenende heimgefahren, um zu trainieren", sagt die 20-Jährige. Es sei zwar stressig, allerdings habe es ihr immer Spaß gemacht. "Wir verstehen uns alle ziemlich gut", freut sich die Neuhauserin. In Passau habe sie die Schritte auch oft allein wiederholt. "Ich hab mir gedacht, die anderen stehen zweimal öfter in der Halle als ich." Sonst hätte sie ein schlechtes Gewissen gehabt.

Bei neuen Figuren hilft die Trainerin beim Heben. "Anfangs habe ich sie gehalten und mit rumgeführt", sagt Nonnenmacher und bewegt ihre Arme, als würde sie ihren Tanzpartner von der Schulter zum Bauch rollen. "Manchmal trainiert man auch ein halbes Jahr eine Figur und merkt, dass es einfach nicht klappt."

"Viel kommt auch durch Blödsinn. Man probiert was aus, und es passt", sagt Bayerl. Tanzserien wie "Let's dance" schaut sich der 21-Jährige nicht an, das sei nichts für ihn. Für seine Trainerin dagegen schon. "Die schaut man sich an, und dann denkt man: Ach, das wäre doch was." Manchmal sucht sich Nonnenmacher auch Inspiration im Internet.

Wie sich Bayerl bei seinem ersten Auftritt vor acht Jahren gefühlt hat, weiß er nicht mehr genau. Vielleicht sei er zwei Minuten vorher nervös gewesen. "Du warst nicht so aufgeregt wie heuer", erinnert sich Nonnenmacher. In diesem Jahr war es beim Inthronisationsball anders. "600 Leute warten", sagt Bayerl ein wenig nachdenklich. Auch Schönberger war nervös. "Ich hab mir gedacht, hoffentlich klappt es, wie man sich das vorstellt. Man weiß nicht, wie die Gäste darauf reagieren." "Aber du hast nix vergessen. Ich bin ganz stolz. Das ist noch nie passiert", sagt die Trainerin zu Bayerl und lacht. Dass Einsätze oder Hebefiguren ausgelassen werden, sei fast normal. Aber Trainerin und Tanzpaar nehmen es mit Humor. "Da muss man improvisieren können", schmunzelt Bayerl. "Ein kompletter Blackout sollte aber nicht sein." Da ist er streng. Zwar sei der auch schon vorgekommen, aber nicht bei ihm.

"Das war lang vor dir. Da hat einer vergessen, dass er vorne mit dem Mädel tanzen soll, und er steht hinten bei uns und sagt: ,Das ist aber ein langweiliger Tanz. Da passiert ja gar nichts vorne'", erzählt Nonnenmacher und lacht herzlich. Auch Bayerl muss grinsen. Die Trainerin habe dem Tänzer dann gesagt, dass eigentlich er dran sei. Er war überrascht.

Falsche Choreographie


Und auch Bayerl erinnert sich an einen Auftritt, als seine Partnerin plötzlich anders getanzt hat als geplant. Er habe seine Trainerin angeschaut und mit den Schultern gezuckt. "Zum Denken hat man keine Zeit. Man muss mehr oder weniger reagieren", sagt er. "Die meisten Leute wissen nicht, wie es eigentlich aussehen sollte", bleibt er ganz gelassen.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.